Druckschrift 
1 (1915) Niederösterreich
Entstehung
Seite
274
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2 JA. 2jbis, Wien, Dombibliothek.

7. Auch beim Karner von St. Stephan waren einige Bücher vor-handen. Eines davon ist noch in der Wiener Hofbibliothek erhalten(Cod. Snppl. 4204. 4295).

Nicht ganz ohne Zusammenhang mit der Bibliothek des Dorn-

5 kapitels stand wohl die der Propstei, doch sind Nachrichten über

sie aus der Zeit des Mittelalters nicht bekannt. Erst Propst Paul von

Oberstein (1516 1544) besaß eine Büchersammlung, n>ie die zjpei

Ex libris desselben von 1516 und 152$ lehren. Die Bücher scheinen

jedoch verschwunden oder nicht in die Bibliothek der Propstei gelangt

10 zu sein. Denn Melch. Kiesel (Khlesl), Propst seit 1579, spricht im

Text seiner Ex libris von i6i3 und 1614 so, als habe vor ihm eine

andere Propsteibibliothek nicht bestanden. Doch auch sie selbst blieb

nicht beim Dom. Ein großer Teil davon befindet sich jetzt in dei

Wiener fürsterzbischöflichen Bibliothek, viele andere Bücher daraus

15 sind in der Bibliothek des Stiftes Güttweig.

Die alte Bibliothek des Wiener Domkapitels ist jedenfalls heutenicht mehr erhalten, sondern im Lauf der Zeiten vollkommen zer-streut worden, ohne daß es möglich wäre, Stücke davon mit vollemSicherheit zu identifizieren.

20 Literatur. Über die Geschichte der Bibliothek existiert nichts. Material und

Notizen finden sich bei Herrn. Zschokke, Geschichte des Metropolitan-Capitels ?""hl. Stephan, Wien i8g5, im Aufsat^ von Karl Uhlirz, Beiträge zur GeschichteWiener Bücherwesens im Centralblatt f. Biblioth. /. Leip:ia i8qo~ und in den Neci (logia Germaniae tomus V. Dioecesis Pataviensis pars altera: Austria inferior ed

25 Adalb. Franc. Fuchs, Berolini if)i^.

2j bis . Bücher des Kollegiatkapitels zu St. Stephan, vor 139$'

Das älteste Schatzverzeichnis des Wiener Domkapitels (A) V' 1 'im Archiv dieses Kapitels aufbewahrt. Es ist ein Papierheß V°12 Blättern, ohne Umschlag und Einband (3o'3 X 22-7 cm) und trag

30 in dorso die Bezeichnung mit schwarzer Tinte Nr. 1 und mit roteTinte die Signatur A. Num. 1. Das Wasserzeichen des Papiers ist et^gespannter Bogen mit aufgelegtem Pfeil. Die Überschrift auf f- rlautet Hec sunt reliquie saneti Stephani Wienne date et eollecte p_serenissimum prineipem dominum Rudolffum ducem Austrie, $ nr .\

3; ac Carniole, comitem Tirolensem etc. Der Katalog der Bücher vginnt darin f. 1 i R . Das erste Item hat für das I eine große, M^gestreckte, blau und rot ausgezogene Initiale, die über die ganze Streicht, so auch auf f. 1 i v ; dafür sind die Anfangsbuchstabenanderen, auf derselben Seite stehenden Item unterdrückt. &^ e