Melk. i3g
■Auf ihre Existenz weisen schon die Zusätze zu dem oben erwähntenKatalog von i^.S'3 hin; Vgl. f. 222 V die Erwähnung der nova biblio-theca, ferner f. 50 v Almanach ab anno 1475 usque 1505, F 10; ete st appensus cathene nove librarie in dormitorio. Eine Anzahl vonBüchern war übrigens vor der Wohnung des Priors untergebracht 5( P §1- f 81 v concordancie biblic maiores itnpresse ante cellam priorisund f. uc; R katholicon ante cellam prioris et in nova bibliothecaj.Schramb berichtet im Chronicon Mellicense zum J. 1514, daß derPäpstliche Bibliothekar Phil. Beroaldus jun. im Auftrag Leos X.ai {f seiner deutschen Reise auch Melk berührt habe, um 'certos libros 1°scitu dignos' für die Vaticana zu erlangen. Sein Versuch wurde jedochv on Abt Sigismund mit Berufung darauf vereitelt, daß ohne Wissendes Landesfürsten nichts ausgefolgt werden dürfe. Als wertvollsteErwerbungen dieser Zeit kommen einige Prachthandschriften in Be-dacht, die kurz darauf König Ludwig von Ungarn dem LLause 15Schenkte. Ein vortrefflicher, in 3 Bänden vollständig erhaltenerKatalog der LIss. (und Bücher) wurde von Stephan Burckhardi an-gelegt, der 1507 aus Kloster Scheyern nach Melk kam und sein dreitei-liges Verzeichnis (Registrum) nach den Signaturen, nach Materien undnach Autoren angeordnet, 1517 vollendete (Kropflf a.a.O. S.4gof; 20Keiblinger a. a. O. Bd. 1, S. 721); die Anzahl der Bücher wirdmt t 1495 angegeben, die letzte Signatur war damals M 119. Burck-hardis Katalog stand bis ins 18. Jahrh. im Gebrauch. Die Benutzunga er Bibliothek war von da an lebhaft und führte zu einigen schweren
Verlusten. So ist die vom Wiener Schottenabt Benedictus Chelidonius 25^kj herausgegebene Summa theologica c magistri Bandini' (richtigPetri Lombardi) verschollen. Von Ferdinand L. empfohlen, kam Jo.■AI- Brassicanus, dessen Interesse an alten Hss. bekannt ist, mit einemGeleitbrief des Königs nach Melk. Durch Johannes Fabri, dens Päteren Bischof von Wien, hatte Ferdinand erfahren, daß in der 30Melker Bibliothek etliche alle, noch ungedruckte Bücher wären, die1,1 den Glaubensstreitigkeiten vielleicht von Nutzen sein könnten, undguckte daher Brassican nach Melk, wonach der Abt die Benutzung
e fLiberei erlauben und, wenn jener darin gute und nützliche BücherJande, die er des Druckes für würdig und tauglich erachtete, der Abt 35
lese gegen Bescheinigung auf eine entsprechende Zeit mitteilen sollte
(das Schreiben vom i3. Dez. 1528 ist abgedruckt bei Philib.Hueber,
J lstria cx archivis Mellicensibus illustrala, Lipsiae 1722, p. 167).
Wle methodisch die Durchsuchung der Bibliothek vorgenommen
urde, ersieht man aus einem Katalogsauszug von 16 Bli, der in 4 o
er Wiener Hof bibliothek erhalten ist (Cod. 97 3 7 , z -'°) und die Buch-st aben A—P umfaßt. Seine Aufschrift lautet; c Hic continentur° m niumfere doctorum et autorum nomina, quae in Mellicensi biblio-