138 Melk.
p.343). Über einen eigenen bibliothecarius (armarius) findet sich dortnichts. Enormen Aufschwung nahm das Stift und weithin reichendeGeltung erlangte es als Zentrum der Klosterreform in den erstenJahrzehnten des 15. Jahrh. unter Abt Nikolaus Seyringer (1418 —
5 1425); unter Abt Leonhard Straubinger (1426 — 14S3) werden alsSchreiber und Literaten Johannes de Spira und Martinas de Senging,auch Laurentius rühmend genannt. Im J. 1424 vermachte der Dechantund Chorherr zu St. Stephan in Wien Peter Dekchinger eine großeBibel, die damals der Abt von Melk entlichen hatte (Centralblatt
10 /. Bibliothekswesen i3, S. q6). Über eine größere Bücherschenkungdes Stiftes Melk in dieser Zeit an das Benediktinerstift Oberburg inSteiermark sind wir durch ein Verzeichnis vom J. 143g unterrichtet,das sich im Cod. jio erhalten hat (hier Nr. 21). Thomas vonWeitra schenkte dem Stifte zwei Handschriften; auf das Akzeptations-
15 Instrument des Abtes Christian vom 2. Dez. 1445 findet sich ein Hin-weis bei Keiblinger a.a.O. Bd. 1, S. 560 (im Cod. G, f. 71 v . 72")-Einen Dankbrief von 1450 aus Basel für dahin übersendete Bücher,gerichtet an Johann Schlitpacher, erwähnt Keiblinger a. a. O. Bd. I,S. 540. Sehr bedeutend vermehrt wurde die Bibliothek durch Abt
20 Johannes Hausheimer (1453 — 1474) und als Schreiber erscheinenJo. de Weylhaim (Schlitpacher), Jo. de Carniolia, Antonius de Cata-lonia, Wolfgang Frischmann de Emerstorff, Christoph Lieb de Isnyu.a.m. Von dem Stande der Bibliothek gegen Ende des 75. Jahrh-gibt uns außer einem fragmentarisch überlieferten Verzeichnis im
25 Cod. 18'50 (hier Nr. 22) ein großer im J. 1483 verfaßter Katalogim Codex 048 Kunde (hier Nr. 23). Auf f. 4 V desselben weist dasZitat Ars moriendi H 99 in novo registro auf das Vorhandenseineines jüngeren Bücherverzeichnisses hin. Diese Signatur entsprichtdem Katalog Burckhardis. In den siebziger Jahren schenkte der
3 0 Vikar zu Schärding Oswald Eisentaler einige Bücher, so 1477 desVincentius Bellovacensis speculum naturale [Argentorati, Mentelin]pars 1; im J. 1478 den Cod. 40 (eine Mischhandschrift mit 18 ver-schiedenen Werken). Auch die Hs. der Studienbibliothek in Linz Cc-V. 1 (Vita b. Katharinae), die später nach Silben gelangte, ist eine
3 5 Schenkung Eisentalers, und zwar, wie die Einbandstempel zeigen, andas Stift Melk. Einige LIss. kamen durch den 1483 verstorbenenPassauer Kanonikus Aichelperger in die Bibliothek (Cod. 04. 3g4-600). Um das J. i4go wurden neue in Nürnberg bei Georg Stuchseigens für Melk gedruckte Meßbücher angeschafft, im J. 1 500 Exein-
40 plare des für alle Ordenshäuser der Melker Observanz bestimmtenBreviers. 1505 wurde von Abt Johann Freund eine neue Bibliothek zubauen begonnen und unter dessen Nachfolger Sigismund Taler (1504-152g) vollendet (vgl. Keiblinger a. a. O. Bd. 1, S. 701, Note 2)-