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1 (1915) Niederösterreich
Entstehung
Seite
89
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Klosterneuburg. 89

Untersuchungen dient. In den Jahren i836 und i83j wurde die Biblio-thek in die neuen schönen Räume der Rotunda mit Nebensälen ge-bracht; die 1254 Hss. sind in zwei anstoßenden Zimmern aufgestellt.Dieser reiche literarische Schatz hat schon in ältester Zeit Ver-luste erlitten. Selbst die vom Stifter des Hauses geschenkte Bibel in 5drei Bänden, von denen im Verzeichnis Nr. 11 noch zwei Bändeverzeichnet waren, während im Katalog von i33o nur mehr einererscheint, ist heute auch noch in diesem verstümmelt. Ob die Bibliothekdurch den Brand von 1158 1 ) litt, ist nicht bekannt,-) wenn auch dieWahrscheinlichkeit mit Hinsicht auf das jüngere Alter der jetzt er- 10haltenen Hss. dafür spricht. Bei dem großen Brande von r33o 3 )l $t, soweit wir durch eine bestimmte Angabe (im Katalog von i33o)wissen, nur ein Buch, Mater verborum, zugrunde gegangen; diesesa ber hatte der Schullehrer entlehnt. In den Hussitenkriegen bildetedas stark befestigte Klosterneuburg eine uneinnehmbare Feste, so 15daß dahin von auswärts Bücher in Sicherheit gebracht wurden, wiez - B. aus dem Kloster Sedlec. 4 ) Zur Zeit der Reformation, wo dieZucht in fast allen geistlichen Häusern gelockert war, hat die Biblio-thek offenbar Verluste erlitten}) Doch gegen Ende des 16. Jahrh.m "ß sich das literarische Leben im Stifte gehoben haben, da sich zu 20dieser Zeit dort eine Druckerei befand. 6 ) In den Türkenkriegen erwiessich Klosterneuburg i6S3 als festes Bollwerk. Erst später wurdenans der Stiftsbibliothek alte Drucke (Inkunabeln) abgegeben, wovon

J ) n58 . . . Niwenburch claustrum combustum est. (Continuatio Claustroneo-bl "'gensis II; Mo». Genn. Hist. Scriptt. IX, S. 6l5; vgl. ebenso in der Contin. Claustro- 25neob. Hl a . a q s fogj 2) / d er Topographie von Niederösterreich Bd. 5, S. s5ß

wird es allerdings angenommen. 3 ) 1330 . . . in primis vesperis exaltacionis sanete

crucis ecclesia Neumburgensis grave et intollerabile dampnum est perpessa, eo quoda mbo monasteria tarn dominorum quam dominarum, non proprio igne, sed per incendiuma '"inde videlicet in civilate exortum, in cinerem et favillam sunt redäeta. (Continuatio 3oC! *ustroneob. VII in Mon. Germ. Hist. Script. IX, S. 755/.) Wenn sich Zeibig im Archivf- Kunde üsterr. Gesch.-Quellen Bd. 7, Wien iSSi, S. 2S3 S[Um Beweise für die Ver-achtung von Urkunden und Hss. ebda, auf das Verschwinden von 'Richards Hand-schriff un d Leopold von Lilienfeld beruft, so wird nach Blumbergers Beweis, daß ess, ch hier um eine Erfindung Hanthalers handle, die gan^e Annahme hinfällig. 4 ) dar- 35

über vgl. i, n Jahrbuch des Stiftes Klosterneuburg 3, Wien und Leipzig if)io, S. 345ff.,äe " Aufsat^ von Berthold Cernik. Andere böhmische Klöster brachten damals ihreKüche,- ins Schloß spi Krumau in Böhmen; vgl. Fontes rer. Austr. 2. Abt. Bd. 37, S. 380ff.)" der Wiener Hof bibliothek stammen aus Klosterneuburg Cod. i5o Seneca, Epistolae;Kpistola Brachmanorum, Alexandri M. (etc.). Cod. 364 Petrus Pictaviensis, Epitome 40"storiae sacrae; Martinas Polonus, Chronicon; Annalcs Claustroneoburgenses (etc.).Cod. 3?3 Annalen, Papstliste, etc. (nur Bl. 20). Cod. 2191 A^o, Brocardica. Cod. 2375Petrarca, De remediis ittriusque fortunae. Cod. 4126 Augustinus de Ancona, Postilla ine P'stolas canonicas. Cod. 52go Tractatus de instrumenta, quibus motus planetarum in-"eniuntur. Cod. 1507S Breviarium cuiusd. presb. Claustroneoburgensis. Cod. 303 $11 45Heilig en ] a . eu ^ gehörte einem Klosterneuburger Chorherrn. 6 ) Drexel a. a. O., S. 253.