84 Klosterneuburg.
im J. i2cji die Predigten Sibotos und anderer sammelte (Cod. 450.451. 452), Hadmar (i2g3 — i3oi), Pudger LI. (i3oi — i3o6), Ber-thold I. (i3o6 — i3ij), Stephan von Sierndorf (i3iy — z33y) wuchsdie Bibliothek bedeutend; unter anderem wird Dcchant Berthold 13255 als Mehrer der Bücher genannt. Aus dieser Zeit hat sich das um-fangreichste Klosterneuburger Verzeichnis erhalten, das im J. i33ovon Magister Martin angelegt ist (hier Nr. 15). Lange verschollen,kam es erst 1775 zutage. Die Zahl von 366 Hss. jedoch, die vonZeibig für diese Zeit angenommen wird, muß eingeschränkt werden,
10 da er alle späteren Nachträge mitgezählt hat. Auch Karl Drexlerund Wolfgang Pauker haben in der Topographie von Niederöster-reich Bd. 5, S. 2$3 diese Angabe übernommen. Als ganz außer-gewöhnlich darf für eine deutsche Bibliothek der Umstand bezeichnetwerden, daß sie schon im i4.Jahrh. nachweisbare, eigene Einkünfte
15 bezog.') Durch den Verwaltungsbericht des Großkellerers LIartmannvom 10. Sept. 1341 ist die Anschaffung folgender Bücher bezeugt:Item pro libro missali VII' j.Jalenta. Item pro 11110 epistolario VIII ta-lenta. Item pro alio epistolario ad dominas XVIII talenta. Itempro dnobuspsalteriis XII talenta. Item pro uno antyphonario decem
20 talenta. Item pro una biblia IX talenta. Item pro concionaliduodeeim solidos. Item pro benediccionali IX solidos. Itemunum aliud viaticum cum briviario pro VIII talentis. Item unumaliuni librum malutinalem pro XII talentis, exclusis aliis libris quibus-dam, qui inveniuntur post me, quos comparavi. (Fontes rer. Austr.
25 2. Abteil. Bd. 10, Wien 1857, S. 284.) Viele Mitglieder bereichertendie Bibliothek auch nachher wesentlich, so i3jj der Schreiber Bcr-thold, i38o der Großkellercr Peter, i3g3 der Spitalmeister Hadmar?)Das von Zeibig im Archiv f. Kunde österr. Gesch.-Quellen Bd. 7(1X51) und jetzt besser von Adalb. Fuchs in den Monumenta
3o Germaniae veröffentlichte Necrologium Claustroneoburgense bietetfolgende Angaben: 3. Januar: Andreas Kerner de Prunna dedit
r ) in Italien lassen sich solche Verordnungen wohl schon in so früher Zeit belegen,in Deutschland sind sie sehr selten. Die auf die Klosterneuburger Bibliothek be~üglichenStellen sind abgedruckt von Zeibig im Archiv f. Kunde österr. Gesch.-Quellen Bd. 5,
35 Wien i85o, S. 2O8f. Die älteste Noti^ scheint die aus dem iß5S begonnenen ^Obliga-torium ^u sein, wo von Joh. Retter bemerkt wird: obligavit VI talenta ad librariamdominorum pro XII talent. redditum. Dann folgt: Nolantur redditus bibliothecae sc-eundum literas, mit dem Schlußdatum: Actum sub anno domini ia85 in die Martini.Die Einkünfte der Bibliothek von ißgg s. in Fontes rer. Austr. 2. Abt. Bd. 10, Wien
40 i85y, S. LI Anm.ß. 2 ) Zeibig hat a. a. 0, nicht alle in Betracht kommenden Namen
angeführt. So fehlt das im Noti^enbl. d. kais. Akad. Jahrg. 2 (i852), S. 26 erwähnteLegat des Iohann de Ersprun von i^-j-] (nach Codex 741). Bei Zeibig, Archiv Bd. 7(tS5r) erscheinen noch folgende Namen von Schreibern: Chunradus (S. 278), Martinus(S. 2jg), Heinrkus (S. 280), Gebhardus (S. 2go), Ulricus (S. 2g2), Wilandus (S. 2g$).