34 $■ Heiligenkreuz.
8. Katalog vor 1381.
Im Archiv des Benediktinerstiftes Raigern bei Brunn fand sichein Bücherverzeichnis mit der Überschrift Tabula pro bibliotheca5 Sancte Crucis, auf 9 Pap.-Bll. (22-7 x 15 cm )> die aus einer Hs.ausgelöst worden waren. Die Blätter lagen in einem Konvolut alterSchriftstücke und wurden seither dem Stifte Heiligenkreuz über-lassen. Die alte Handschrift, zu der diese Blätter gehörten, ist jetztnicht mehr festzustellen. Blatt 2. 3 bilden das innerste Doppelblatt
10 einer ganzen Lage, Blatt 1. 4. 5. 6. 7. <?. 9 sind lose Bll. ohne Zu-sammenhang untereinander. Ein Wasserzeichen ist nur auf Blatt 5.6. 7 gegen den Falz zu in Resten sichtbar (zwei nach auswärts ge-krümmte Hörner, an der Stange dazwischen oben eine Linien-kreuzung au sautoir). Die Niederschrift in ziemlich kleiner Buch-
15 schrift ist etwa um das J. 1400 anzusetzen, über das mutmaßlicheAlter des Verzeichnisses selbst vgl. unten. Der Text ist ohne Vor-linierung geschrieben, doch sind die Einstichlöcher für die Kolumnensichtbar. Die meisten Seiten sind mit zwei Kolumnen beschrieben,f. § R , $ v zeigt nur eine Kolumne mit freiem Raum zu beiden Seiten.
20 Die Überschriften der einzelnen Unterabteilungen sind nach inneneingerückt und nur im letzteren Teil des Verzeichnisses unterstrichen.Die Schreibung von c und t geht sehr durcheinander, c steht für tauch an ganz unzweifelhaften Stellen wie obicu (obitu), medicacio(meditatio), Kacherine (Katherine) usw., wodurch die Lesung oft
25 bedeutend erschwert ist. Auch steht et für tt, z. B. im Worte Vittimi(Wettini). Ebenso wird öfter b für v gebraucht. Dadurch kommenetwa Formen wie beceribus für veteribus oder de bera religione/»rvera religione zutage. Die einzelnen Zeilen beginnen in der Regelmit Majuskeln, ohne daß diese vom Worte abgetrennt wären; die
30 Eigennamen im Text sind klein geschrieben. Über oder unter dieZeile sind Teile des Textes gesetzt, die in derselben Zeile keinen Platzfanden, mit entweder nach unten oder nach oben gewendeter Ein-klammerung, um die Zusammengehörigkeit der abgetrennten, öfterim leeren Raum anderer Zeilen stehenden Textteile anzudeuten. Als
35 Interpunktionszeichen dient nur das Kolon, doch nur innerhalb derZeile, nicht an deren Ende. Die Abkürzungen sind hie und da etwaswillkürlich gebraucht.
Neben dem von einer Hand geschriebenen Text (m l ) war rechtselten noch eine zweite Hand tätig (m 2 ), die sich sowohl durch die
40 Form der Buchstaben als durch das tiefe Schwarz (oder Grau) dervon ihr verwendeten Tinte unterscheidet. Sie hat nur Kleinigkeitengebessert, wie f. i v , col. 1 opeacum in Optatum und hat f.4' 1 , col. 2-phat, /. 4 K , col. 2 ordinis carthusiensis beigeschrieben.