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1 (1915) Niederösterreich
Entstehung
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geleitet, beantragte die kaiserl. Akademie 1906 auf der Tagungdes Kartells der deutschen Akademien zu Göttingen, dieses Werkals eine gemeinsame Unternehmung des Kartells zu erklären undin der Weise durchzuführen, daß die verbündeten wissenschaft-lichen Körperschaften in Deutschland die Herausgabe der mittel-alterlichen Verzeichnisse von Bibliotheken aus dem Gebiet desheutigen Deutschen Reiches und der Schweiz übernähmen.

Der Vorschlag fand sofort allseitige warme Zustimmung. Eswurde eine sachlich überaus günstige Lösung gefunden, indemfür die reichsdeutsche Abteilung eine einheitliche Arbeitsstelle inMünchen geschaffen wurde, welche zunächst unter der Leitungvon Traube ebenfalls sofort mit den Vorarbeiten einsetzte. Nichtnur über die gegenseitige Abgrenzung beider Abteilungen, sondernauch über Auswahl des Stoffes, über Art der Sammlung, Bear-beitung, Anordnung und Druckeinrichtung wurde ein in den Haupt-sachen vollständiges Einverständnis erzielt, die beim Fortschreitender Arbeiten neu auftauchenden oder einer geänderten Lösungbedürftigen Fragen wurden in wiederholten Besprechungen aufden Kartelltagen oder in gesonderten Zusammenkünften, 1908 inBerlin, 1909 in Wien, 1910 und 1912 in München, einträchtiggeklärt und bereinigt. So wird eine große Sammlung der mittel-alterlichen Bibliothekskataloge Mitteleuropas zustande kommen,welche nach Anlage und Durchführung im wesentlichen einheitlichsein wird, während in einigen weniger wichtigen Punkten, nament-lich der Druckeinrichtung, den beiden Abteilungen jene Freiheitgelassen werden konnte, welche die besonderen Verhältnisse beider Bearbeitung und die abweichenden Anschauungen der beidenakademischen Kommissionen oder ihrer Mitarbeiter erheischten.Seit dieser engern Umgrenzung der Aufgabe war es der Kom-mission der kaiserl. Akademie möglich, die Arbeit ihrer Gruppezielbewußter und nachdrücklicher zu lenken. Immerhin habenallerlei Umstände, so unvorhergesehene Schwierigkeiten der Be-arbeitung, neue Funde, Setzerstreik und zuletzt noch der Ausbruchdes Weltkrieges, das Erscheinen des ersten Bandes, dessen ersteBogen noch 1912 gesetzt wurden, unliebsam verzögert.

Das Material der österreichischen Abteilung ist schon voll-ständig aufgezeichnet, der größte Teil der bisher zugänglich ge-wordenen Stücke auch bereits abgeschrieben. Wenn der derzeitgewonnene Überblick nicht täuscht, w T ird es noch zwei Textbändefüllen, welchen dann noch ein eigener Registerband zur Seite treten