372 K. Gustav III. von Schweden in Aachen 1780 und 1791.
ohne Geld, ohne Hülssmittel, in wahrem Elende, und ohne zuwissen, ob die Mächte ihnen beistehen werden. Das Land istschlechtgesinnt und erwartet nur die Franzosen, um sich zu de-clariren. . . . Die Unruhen in Antwerpen haben mich verhin-dert nach Breda zu gehen. Ich bin am 9. nach Mittag vonBrüssel abgereist, mit Simolin (einem russischen Diplomaten)und Crawford. Wir hatten unsere eignen und Mieth-Pferde,sind aber unter tausend Schwierigkeiten angelangt, da wirunterwegs, der Menschenmenge wegen, kaum etwas zu essenund keine Schlafstellen fanden. Am 11. waren wir zu Mittagin Maestricht. Längs dem Wege eine Linie von Equipagenund Fuhrwerken — es war der betrübendste Anblick. Auf derStraße die unglücklichen Emigranten, theils zu Fuße, theilsauf Karren, fast ohne Nahrung, Frauen von Stande zu Fuß,mit oder ohne Kammermädchen, mit einem kleinen Bündelunter dem Arme oder mit einem Kinde. In Maestricht hattenwir die größte Noch, auch nur unter Dach zu kommen; indrei Tagen waren eilftausend Menschen angelangt. Wir bliebendort vier Tage und langten am 16. hier an. Da die Herrenvon Metternich, von Mercy und Breteuil nach Düsseldorfgehen, denke ich mich eben dahin zu begeben. Zu allen meinenQuälereien wird sich wol bald noch die Geldverlegenheit ge-sellen. Alle meine Effecten in Paris sind verkauft wordenoder werden's jetzt; was ich bei einem Edelmann in denNiederlanden gelassen, fällt wahrscheinlich den Franzosen in dieHände. Sie wissen, daß ich nie einen Sou Besoldung bezogenhabe. Ich frug nicht danach: die Freude, meinem König unddem von Frankreich zu dienen, entschädigt mich reichlich füralle Opfer, aber meine Position verlängert sich und meineAussichten sind gegenwärtig sehr unsicher. Gott weiß, daß ichnichts bereue und nichts bereuen werde, kann ich ihnen nurnützlich sein, wo ich dann gerne mich allen Entbehrungen unter-ziehen werde."