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Kleine historische Schriften
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320 König Gustav III. von Schweden in Aachen

nach Schweden übergesiedelten, zu höchsten Ehren und großerAutorität aufgestiegenen Geschlecht der De la Gardie. Fünf-zehnjährig wurde Axel Fersen, unter Leitung eines Hofmeisters,in's Ausland gesandt, studirte auf den Kriegsschulen von Braun-schweig, Turin, Straßburg, besuchte Paris und London, undkehrte zu Anfang 1775 nach Hause zurück. Welchen Eindrucker bei Hof und in der Stadt, in Ludwig's XV. letzten Zeitenmachte, zeigt ein Schreiben des schwedischen Gesandten, GrafenCreutz, vom 22. Mai 1774, an Gustav III.Der jungeFersen ist nach London abgereist. Von allen zu meiner Zeithieher gekommenen Schweden ist er in der großen Welt ambesten ausgenommen worden. Die königliche Familie hat ihnmit größter Güte behandelt. Es ist nicht möglich, sich tact-voller und wolanständiger zu benehmen, als er gethan. Mitdem vortheilhasteften Äußern und Geist konnte es ihm anSucceß in der Gesellschaft nicht fehlen, und er hat vollkommenröussirt. Es wird Ew. Majestät angenehm sein; was aberHerrn von Fersen Ihrer Gnade besonders empfiehlt, ist derAdel wie die Hochherzigkeit seiner Gesinnungen/'

So war Axel Fersen mit neunzehn Jahren. Das gnteAndenken, welches der Graf von Gotland in Paris und Ver-sailles zurückgelassen hatte, kam ihm sehr zu statten. DerDauphin und die Dauphine, die Grafen von Provence undArtois und ihre Gemalinnen sahen ihn viel, die Prinzessin vonLamballe, die Herzogin von Arville, die Gräfin von der Marck,die Prinzessin von Beauvau-Craon, Madame du Deffand u. a.,überhäuften ihn mit Artigkeiten. Graf Creutz führte ihn zurGräfin du Barri, wenige Monate vor ihrer Katastrophe.Bevor er Schweden verließ, hatte er eine Lieutenantstelle indem französischen Regiment Royal Baviere erlangt, heimge-kehrt wurde er Lieutenant in der Smaland'schen Reiterei, Ritt-meister und Escadron-Chef bei den königlichen Chevaulegers.Das glänzende Hofleben bei dem jungen Könige bot ihm Zer-streuungen in Fülle, aber sie fesselten ihn nicht. Im April1778 ging er nach London, von dort im August nochmals nachParis. Damals lernte er Madame de Boufflers kennen.