in dm Jahren 1780 und 1791.
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„Eine äußerst anmutige Frau", schrieb er, „und eine vondenen, die hier durch ihren Geist am meisten glänzen. Siesteht in fortwährendem Briefwechsel mit dem Könige undempfing mich auf's freundlichste. Sie hat eine Schwieger-tochter, der sie mit größter Zärtlichkeit anhängt, hübsch wieein Engel, aber über das Erlaubte hinaus launisch." MitBaron Stedingk, dem nachmaligen Grafen, Militär undDiplomaten, begab er sich in das Lager des Marschalls vonBroglie, der die Manöver in der Normandie leitete, woglänzende Gesellschaft und heiteres Leben war. Man höre,was der junge Offizier über Lager und Übungen bemerkt.„ Das Lager, das vom 4. zum 30. September währte, kosteteviertehalb Millionen Livres, und diente zu nichts anderm, alsdem Marschall zahlreiche Feinde zu machen und darzuthun,daß Frankreich keine höheren Offiziere mehr besitzt, auf die eszählen kann. Alle zeigten sich völlig neu und unwissend. Mitden Genie-Offizieren stand's nicht besser. Sie mühten sichlange ab, bevor es ihnen gelang, Lager und Linien zu tracirenund mußten wiederholt von neuem beginnen." Dahin hattedie Günstlingswirthschaft der spätern Hälfte von Ludwig's XV.Regierungszeit es gebracht.
Längerer Aufenthalt in der französischen Hauptstadt folgte.Man weiß, daß die nicht verhehlte Gunst, welche die Königindem „Beau Fersen" bezeugte, Anlaß zu verleumderischen Ge-rüchten bot, da Marie Antoinette bereits Zielscheibe der hohenwie niedern Schmähsucht, des Hasses und des Parteitreibenszu werden begann, denen ihr finsteres Werk nur zu wolgelang. Die von manchen Seiten bezeugte große Zurückhaltungund Ruhe Fersen's schienen den giftigen Zungen Stillschweigengebieten zu müssen, aber sein Entschluß, Frankreich auf längereZeit zu verlassen, hat doch wol mit diesen Dingen zusammen-gehangen. Im April 1780 schiffte er sich als Adjutant desGrafen Rochambeau nach Nord-Amerika ein, von wo er nachmehr als drei Jahren zurückkehrte. Sein König erlaubte ihmund anderen schwedischen Offizieren, die sich an der Campagnebetheiligt hatten, nicht, den von Washington ihnen verliehenen
v. Reumont, Kl. hist. Schriften. 21