in den Jahren 1780 und 1791. 309
Theater. Seine Abende waren meist zwischen beide getheilt. Erhatte beim Spiel eine glückliche Hand, wurde aber rasch übel-launig, wenn er verlor. Diese üble Laune verbarg er selbst nicht,wenn er am Hazardspiel der Redouten in den Bädern theil-nahm, wozu so Aachen wie Spa ihm Gelegenheit genug boten.In allen seinen Schlössern Hatte er Theater und schrieb selbsteine Reihe Stücke für die Bühne. Obgleich er die einheimischeLiteratur nicht nur nicht mißachtete, sondern selbst pflegte,waren seine geistige Richtung und Bedürfnisse fremdländisch,überwiegend französisch. Hierin glich er ganz seinem OheimFriedrich dem Großen, dem er sonst in wesentlichen Dingen,nicht zu seinem Vortheil, unähnlich genug war. Daß er seineCorrespondenz französisch führte, darf man ihm nicht an-rechnen, denn das thaten die meisten Fürsten seiner Zeit,mochten sie noch so schlecht schreiben — Kaiser Joseph II.wollte in seiner Jugend gar nicht Französisch lernen und späterbediente er sich dieser Sprache selbst Mutter und Geschwisterngegenüber. Daß Gustav gebildeten Geistes war, würde, wennuns seine eigenen Schriften nicht vorlägen, schon das kurzeaber für seine Richtung bezeichnende Verzeichniß der Bücherzeigen, die er sich im Frühling 1785 nach Finnland sendenließ — die Äneis, ein Band von Moliere mit den VersaillerFesten, das Werk des Paters Mönötrier über Turniere undCarrouselle, Tasso und Ariosto, und I/Mxrit äos kommssoolsbres.
Die schweren Opfer, welche der in den Jahren 1788 bis1790 gegen Rußland geführte Krieg dem armen, durch Miß-wachs und mancherlei Einbuße geschädigten Lande auferlegte,wurden durch die Erfolglosigkeit dieses Kampfes, der dieGrenzen ließ wie sie waren, in der öffentlichen Meinungnoch gesteigert, obgleich die alte schwedische Tapferkeit sich glän-zend bewährt, des Königs unerschrockener Muth Proben ab-gelegt hatte. Auch abgesehen von diesem Kriege, in welchem soGustav wie sein Bruder Carl xg^srent äs lour xersouuo, warErsterer während dieser Jahre in vielfacher Bewegung. ImHerbste 1783 ging er nach Italien. Seine Gesundheit und