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Kleine historische Schriften
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310 König Gustav III. von Schweden in Aachen

die Folgen eines Armbruchs veranlaßten ihn, ein wärmeresKlima aufzusuchen, wir sahen, wie schon drei Jahre vorhervon einem Winteraufenthalt im Süden die Rede war.Dieheftigen Schmerzen", schrieb er am 1. September an Hessen-stein,welche mein gebrochener Arm mir verursachte, machtenmich beim Empfang Ihres letzten Schreibens zu Allem un-fähig. Jetzt, da diese Schmerzen sich einigermaßen geminderthaben, beeile ich mich Ihnen mitzutheilen, daß ich zu Ended. M. nach Pisa zu reisen denke, wo ich vollkommen hergestelltzu werden hoffe. Ich beabsichtige die Gelegenheit zu benutzen,um Italien kennen zu lernen, und werde somit erst im Sommerheimkehren." Im November brauchte er die Bäder von SanGiuliano bei Pisa, in welcher Stadt der Großherzog vonToscana, nachmals Kaiser Leopold II., mit seiner Familieden Winter verbrachte. Sowol dieser wie namentlich seinBruder, Kaiser Joseph II., der bald darauf auch Italien be-suchte, sprachen sich über Gustav nicht günstig aus. Leopoldfand ihn unzufrieden mit dem eignen Volke, argwöhnisch gegenRußland. Joseph sprach von seinemunerträglichen Dünkel"er ist", schrieb er dem Bruder,ein Mann ohne Cha-rakter, falsch, mit einem Firniß von Geist und Kenntnissennichts als ein Fanfaron und verunglückter Stutzer". Das iststrenge. Nicht freundlicher urtheilte der Kaiser um dieselbe Zeitin der Correspondenz mit Katharina II., gewiß daß seineWorte nicht auf harten Boden fallen würden.Ich kannnicht verschweigen, daß der König von Schweden sich auf derDurchreise durch Deutschland, namentlich aber in Italien auseine Weise geäußert hat, die dem was er, wie ich glaube,mündlich wie schriftlich Ew. Kaiserlichen Majestät versichert hat,wenig entspricht. Von Frankreich her weiß ich, daß er dortmehr als je eine Stütze sucht, und er wird seinen Rückwegaus Italien durch dies Land nehmen. Ich kenne den Könignicht genug um zu urteilen, ob es wirkliche Falschheit oderSchwäche und Unbestand ist was ihn so handeln läßt, undob er sich in derartige Widersprüche verwickelt um sich einewichtige Miene zu geben und jedem zu sagen, womit er