296 König Gustav III. von Schweden in Aachen
wo die Krone ebensowenig wie ein Theil des Adels ohnefremdes Geld leben konnte, war lange im Rückstände ge-blieben und Gustav sollte diese Quelle wieder flüssig zumachen suchen. Es gelang ihm, den neuen Minister desAuswärtigen, Herzog von Aiguillon, günstig zu stimmen, undso verzweifelt auch schon die Finanzlage war, die Zahlung derRückstände wurde bewilligt. Armand Vignerot DuplessisRichelieu, Herzog von Aiguillon, von seinen Gouvernement inder Bretagne her in schlimmem Rufe, wurde durch Madamedu Barri gehalten und beim Sturze Choiseul's in's Ministe-rium gebracht, worauf alsbald, im Januar 1771, im Vereinmit dem Kanzler Maupeou, der verhängnißvolle offene Kampsmit dem Parlament begann, das aufgelöst und durch einenneuen königlichen Gerichtshof ersetzt wurde. Gustav war inParis, als die Parlamentsräthe durch Musketiere aufgehobenund deportirt wurden. Von welchem Einflüsse Geld undBeispiel auf die schwedischen Angelegenheiten gewesen sind, hatdie Geschichte der Regierung des nachmaligen Königs gezeigt.
Am Abende des 1. März befand sich der Prinz in der^Dpernloge der Gräfin von Egmont, als eine durch einenCourier überbrachte Depesche ihm den am 12. Februar er-folgten Tod seines Vaters meldete. „Ich habe mich einiger-maßen sammeln müssen", schrieb er zwei Tage später an denGrafen Ekeblad, „so niedergedrückt war ich durch die vorgesternAbend vom Baron von Oernfeldt mir überbrachte Kunde desTodes des Königs. . . . Die von Ihnen und dem Reichsrathmir bezeugte Anhänglichkeit wird meinem Gedächtniß nie ent-schwinden. Ich glaube meine Erkenntlichkeit nicht besser aus-drücken zu können, als indem ich Sie bitte, Ihren Collegendie Versicherung zu geben, daß meine Achtung vor SchwedensGesetzen und Freiheiten unwandelbare Richtschnur meinesVerhaltens sein wird, und ich aus solche Weise meinenVerpflichtungen gegen meine Heimat am besten zu entsprechenglaube. ... Ich hoffe, daß man die Früchte, die ich durchmeinen hiesigen Aufenthalt für den Staat zu gewinnen mirschmeichle, bald erkennen wird." Nicht blos die Erledigung