Druckschrift 
Kleine historische Schriften
Entstehung
Seite
297
Einzelbild herunterladen
 

in den Jahren 1780 und 1791.

297

der Geldangelegenheit, auch die Erkrankung seines Bruders hieltihn den größern Theil des März über in Paris fest. Am21. März meldete er Ekeblad seine bevorstehende Abreise und dieErnennung des Hrn. von Vergennes zum Gesandten in Stockholm.Am 1. April schrieb er von Brüssel aus, er werde folgendenTags reisen und hoffe spätestens in vierzehn Tagen in Braun-schweig zu sein. Man sieht, daß er sich nicht übermäßig beeilte.

Der Aufenthalt Gustav's III. in der französischen Haupt-stadt hat auch wesentlichen Einfluß auf Verbindungen und Er-eignisse geübt, deren Zusammenhang und Bedeutung erst injüngster Zeit völlig klar geworden ist, und welche auf diePolitik Ludwig's XV., der neben seinen offiziellen Vertreternnoch geheime hatte und im Auslande ein weit angelegtesSpiel verfolgte, eigenthümliches Licht werfen. Es hatte sichdarum gehandelt den König Adolf Friedrich französische Unter-stützung zu verschaffen, so für die Projecte im Innern zu denender Kronprinz ihn drängte, wie gegen Rußland, welches eineder Parteien gegen das Königthum aufrecht hielt, und zugleichPolen bedrängte auf welches von altersher die Blicke derschwedischen Herrscher gerichtet waren. Diese Unterstützungsuchte sich nun der neue König zu sichern, und der Graf vonVergennes, mehre Jahre hindurch Botschafter in Constan-tinopel, wo er gegen Rußland thätig gewesen war, ging ganzauf Gustav's III. Absichten ein. Im Einverständniß mit demGrafen Carl Franz von Broglie der die Fäden der geheimenPolitik des Königs in der Hand hielt, wurde eine großartigenach Schweden bestimmte Expedition geplant. Im Hafen vonToulon sollten sich 12,000 Mann sammeln, die Flotte vonBrest in Kriegsbereitschaft gesetzt werden. In London wurdenVerhandlungen angeknüpft, um zu der Durchfahrt durch denCanal Zustimmung zu erlangen. Bei der Ungewißheit dieserPerspective wollte man in Norddeutschland Truppen anwerben,welche von den Hansestädten aus nach Stockholm übergesetztwerden sollten. Mit dieser Operation wurde ein Mann be-traut, welcher in den Revolutionsjahren eine Bedeutung er-langte, die ihm auch nach seinem raschen Verschwinden von