Thronentsagung und Ende.
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faßte den Geistlichen beim Kopf mit den Worten: „Ihrtödtet mich, Ihr tövtet mich!" „Sire", sprach dieser, „ich mußden Auftrag erfüllen den Ihr mir ertheilt habt, Euch zu be-nachrichtigen wenn die letzte Stunde naht." Bald daraus verlorder Kranke die Sprache. Auch jetzt erschien Carl Emanuelnicht. Er hatte die Kraft nicht, nach eigenem bessern Bewußt-sein zu handeln. Am 31. October begann der Todeskampf.Am Lager standen die weinende Marquise und die Kapuzinerwelche die Sterbegebete sprachen. Der Oberst Solaro erbatsich von Turin Verhaltungsbefehle. Um 7 Uhr Abends kamD'Ormea's Befehl, die Pallissaden wegzuräumen, die Fenster-kasten zu entfernen, die vermauerten Thüren zu öffnen. Sterbeder König am Abende, so solle man die ganze Nacht arbeiten,damit der am folgenden Tage zu den Trauerfeierlichkeiten ein-treffende Hof nichts mehr vorfinde. Auch Moncalieri war inein Gefängniß umgeschaffen worden, gleich Rivoli, welches derHof bis zum Jahre 1755 gemieden hat.
Der Pater Perardi sprach zu dem Sterbenden von Gottund von Vergebung. Nicht wissend ob dieser ihn nochverstehe, sagte er über ihn gebeugt: „Wenn Ihr mich höret,Sire, wenn Ihr verzeiht um Verzeihung zu finden, soküsset das Crucifix." Victor Amadeus küßte das Bild desErlösers. Wenige Minuten nach neun hauchte er den letztenSeufzer aus.
Am Allerheiligentage begab sich der Minister des Aus-wärtigen und Kronnotar Marchese del Borgo nach Moncalieri,den Sterbeact aufzunehmen. In der Domkirche zu Turinwurde feierliches Todtenamt gehalten. Die sterblichen Restewurden nach der Superga gebracht und ruhen in den Ge-wölben unter der Kuppel des großartigen Denkmals, welchesdie blühende von der Alpenkette gesäumte turiner Ebne über-schauend Victor Amadeus' glorreichen Sieg und die Rettungseines Reiches verewigt. Das Land hat über die Schwächenund Sünden, die seinen Charakter verunstaltet haben, seinegroßen Verdienste und seine glänzenden Eigenschaften als Herr-scher gestellt, und in ihm und seinem Vorgänger Emanuel