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König Victor Amadeus' II.
Einschreiten, namentlich durch den Prinzen Eugen. Ueberdicsplötzlicher Umschlag in seinem Verhalten gegen seine Gemalin,auf die er seinen Haß warf, der er kein Schmähwort, selbstkörperliche Mißhandlung nicht ersparte. Er klagte sie an, dieSchuld an seinem Unglück zu tragen, weil sie ihm auf demCenis nicht zur Umkehr gerathen habe. Ein negativer Beweisdes Ungrunds der Beschuldigung selbstthätiger Anregung durchdie Marchesa di Spigno. Zu Zeiten kam er zu sich, sprachüber seine Zeit und Regierung mit alter Klarheit und Würde.Es waren bloße Blitze. Seine Gesundheit sank, Steinbe-schwerden mehrten sich. Zu Ende hes Winters wünschte erden Wohnort zu wechseln. Am 10 . April 1732 trug manihn in einer Sänfte nach Moncalieri. Seine Stimmung wardimmer trüber, seine Heftigkeit gegen seine Gemalin größer; erwollte sich von ihr trennen und in ein Kloster gehn. Ostnannte er den Namen seines Sohnes. Im Sommer wurdeer von Fieberanfällen heimgesucht, welche zwar der Anwendungder Chinarinde wichen, aber große Schwäche und Mangel anEßlust zurückließen. Im Herbste verfiel er in fast völligeKindheit und konnte das Bette nicht mehr verlassen. DieZunge versagte ihm den Dienst; die letzte Stunde schien nahe.Es wurde nach Turin gemeldet. Carl Emanuel wollte nachMoncalieri gehn, ließ sich aber zurückhalten. Noch war erunentschlossen, da kam Kunde von Besserung.
Einen Augenblick gab diese Besserung wirklicher HoffnungRaum. Victor Amadeus kam völlig zu sich. Mehrmals fruger nach dem Sohne, nach der Schwiegertochter, nach denEnkeln. Er schien ein anderer Mann. Ruhig, resignirt bereuteer die Heftigkeit der letzten Zeiten, bat um Verzeihung die ergekränkt. „Ich habe meinem Sohne vergeben", sprach erzum Grafen Bagnone einem der wachhabenden Offiziere; „ichhabe D'Ormea vergeben und Solaro. Aber in Wahrheit,Solaro hat keine Schuld: er mußte gehorchen."
Die Hoffnung schwand bald und plötzlich. Am Nach-mittage des 29 . October eröffnete der Kapuzinerpater VictorLa Racine dem Könige die Lebensgefahr. Victor Amadeus