Thronentsagung und Ende.
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Die Marquise war, wie gesagt, in der verhängnißvollenNacht nach Ceva gebracht worden — es war der Detentionsortliederlicher Weibsbilder! Bevor man sie nach Rivoli sandte,mußte sie mit feierlichem Eide das Geheimhalten der ihrwiderfahrenen Schmach versprechen. Von ihrem Gemal be-fragt, sollte sie sagen sie sei im Kloster von Cuneo gewesen,wie man diesem vorgespiegelt hatte. Am 11. December langtesie in Rivoli an. Der König empfing sie mit lebhafterFreude. Er wünschte die Flügelthüren des Gemaches ver-schlossen zu sehn; nach Wegnahme der Riegel wurde es ge-währt. Die Wache bei seiner Person wurde aber durch zweiOffiziere verstärkt.
In Turin und im ganzen Königreich sprach sich die öffent-liche Meinung sehr zu Ungunsten Carl Emanuels aus, undwenn man seinem ersten Minister die Hauptschuld zuschrieb,wobei man diesem nicht Unrecht that, so war es im Grundenoch schlimmer, weil dieses Urteil den Mionarchen zugleich derGrausamkeit und der Schwäche zieh. Das nachmalige Ver-fahren war ärger als die Art der Verhaftung, weil die Grund-losigkeit der Furcht Allen offenbar war und man die Folgendes Jrrthums das unselige Opfer büßen ließ. Das Gefühlder anständigen Leute revoltirte sich gegen die Mißhandlungdes Herrschers, welchem Piemont seine Größe verdankte, undeiner Frau von edler Geburt, gegen die man keine wirklicheAnklage erheben konnte. An den auswärtigen Höfen war dasUrteil kaum günstiger; namentlich in den verwandten Familienvon Paris und Madrid sprach man sich ohne Rückhalt aus.„Es ist schön ein Diadem mit dem Himmel vertauschen",sagte Königin Elisabeth Farnese zu ihrem abdankungslustigenmelancholischen Gemal, „aber wer Herr ist soll Herr bleiben."
Dreizehn Monate und zwei Tage währte die Gefangen-schaft. Es war ein trauriges Schauspiel. Der alte Fürstwar wie zusammengebrochen in seinem Jammer und seinerLeidenschaft. Kein Merkmal mehr jener Geisteshoheit die dasUnglück besiegt; kleinliche Klagen, erniedrigende Bitten, Zorngegen willenlose Werkzeuge, thörichtes Hoffen aus fremdes