Thronentsagung und Ende.
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versuch. Er sandte am folgenden Tage Lanfranchi nach Mon-calieri, Victor Amadeus zum Ausgeben seines Planes, zurHerausgabe der den Widerruf enthaltenden Schrift zu bewegen.Alles war vergebens.
Es war spät Abends, als Carl Emanuel das Conseilzusammenrief. Außer den Ministern waren mehre derhöchstgestellten Personen zugegen, unter ihnen der MarschallRehbinder und der Erzbischof von Turin. Auf des KönigsGeheiß trug D'Ormea die ganze Angelegenheit vor undmachte die Dringlichkeit der Sache geltend. „ Gäbe der König",schloß er, „nur seinen Gefühlen Gehör, so würde er sich demVater fügen. Aber es handle sich um seine Würde, um dieEhre wie die Sicherheit der Monarchie." Und nicht einmalaus eigenem Antriebe handle Victor Amadeus: er sei offenbarWerkzeug der ehrgeizigen Absichten einer Frau, welche, unver-hofft zur Ehre königlicher Heirat gelangt, jetzt die Ehre könig-lichen Standes nicht verschmerzen könne und den Gemal zunur noch leidenschaftlicherer Heftigkeit ansporne, in dem Maße,daß seine einst so glänzenden Geisteskräfte verdunkelt er-schienen. Alle Mittel der Abhülfe seien vergeblich versuchtworden. Schon habe Victor Amadeus das Werk begonnen.Schon sei der Widerruf der Thronentsagung aufgesetzt: wirkeer nicht, so wolle der Schlimmberathene nach Mailand gehenund des Kaisers Beistand anrufen. Bürgerlicher Krieg undfremde Einmischung seien vor der Thüre: es gelte jetzt ent-schlossen handeln, um den Ruin abzuwehren.
Alle Anwesenden gaben ihre Zustimmung. Der Haft-befehl wurde dem Könige zum Unterzeichnen vorgelegt. Nochwar er unschlüssig. D'Ormea, neben ihm stehend, reichteihm die Feder. „Sire", sagte er, „es handelt sich um Ehreund Leben." Die peinlichste Spannung hatte sich Aller be-mächtigt. Carl Emanuel nahm die Feder und zeichnete, dannentließ er seine Räthe. D'Ormea nahm das Blatt und ging.In das Gemach eintretend, warf sich die Königin in die Armeihres tief bewegten Gemals.
v. Reumont, Al. bist. Schriften.
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