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Kleine historische Schriften
Entstehung
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IX.

Die kleine Stadt Moncalieri liegt acht Kilometer südlichvon Turin auf dem rechten Ufer des Po, welchen gegenwärtighier eine schöne Brücke überspannt, während die Eisenbahnnach Asti und Alessandria und weiterhin nach Mittelitalienwie nach Ligurien vorüberführt. Von der Flußebne aus steigtdas Terrain allmälich zu der Hügelkette an, von deren Fußedas mächtige Schloß der piemontesischen Herrscher, vielmehrdurch Größe als durch architektonische Schönheit imponirend,die Stadt beherrschend über das weite fruchtbare Land hin-wegschaut. Ein von einer Mauer umschlossener Park trenntdas Schloß von Stadt und Umgebung.

Im Laufe des Tages waren alle Vorbereitungen getroffenworden. Nachdem einmal der Entschluß gefaßt war, lag es, ausleicht begreiflichem zwiefachem Grunde, im Interesse des Mi-nisters die Ausführung zu beschleunigen. Gegen elf Uhr ver-ließ ein Grenadierregiment Turin und rückte auf der Hügel-straße rasch gegen Moncalieri vor. Ein zweites Regiment,das in der Citadelle lag, folgte. Der Oberst Graf de LaPerouse commandirte die Truppen, bei denen sich ein zahl-reiches Osfiziercorps, darunter manche dem Könige vonaltersherpersönlich bekannte Männer, befand. Der Marchese d'Ormeahatte nöthig erachtet, das Corps zu begleiten. Als Graf LaPerouse sich mit seiner Mannschaft in der Nähe des Parksbefand, detachirte er die Grenadiercompagnie von Savoyenmit einer Abtheilung von fünfzig Füsilieren nach dem Thor,und während er sich anschickte das Schloß selbst mit den beidenGarde-Grenadiercompagnien zu besetzen, befahl er dem MajorPastoris, dasselbe mit dem Rest der Füsiliere zu umstellen.