Thronentsagung und Ende.
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weise legte er ihm dessen letzte Schreiben vor: selbst ihn zusehen verweigere er. Dennoch, fügte er hinzu, sei derSchuldige nicht er; die Urheber so unwürdigen Benehmensseien die treulosen Minister. Unter solchen Umständen bliebenihm nur zwei Auswege, in ein Kloster zu gehen oder das Landzu verlassen. In ein Kloster gehen könne er nicht mehr, seinerHeirat wegen; so werde er denn Piemont verlassen, sich nachMailand begeben, dem Kaiser die Sache vorlegen und ihn zumSchiedsrichter bestellen zwischen Vater und Sohn.
Der Wate erstarrte. Auf die eindringlichste Weise schil-derte er die verderblichen und unheilbaren Folgen eines solchenSchrittes, der den Staat schwer schädigen, auf dem glorreichenNamen Victor Amadeus' einen ewigen Flecken zurücklassenwürde. Er möge sich gedulden; von des Vaters wahrer Ge-sinnung unterrichtet, werde sein Sohn zu ihm zurückkehren.Victor Amadeus erwiderte: es sei vergebliches Hoffen, so langedie gegenwärtigen Räthe im Amte blieben. „Ich will meinemSohne das Scepter nicht nehmen", setzte er hinzu, „ich will'sihm nur fester in die Hand geben. Die Thatsachen werden'sbeweisen. Die Schuld der gegenwärtigen Verwickelungen trägtD'Ormea. Niedriges Gewürm! Ich habe ihn aus demStaube aufgehoben: das ist sein Dank! Aber er mag zittern,diese Galgenbrut! Das einzige Mittel, die Dinge wieder in'srechte Geleis zu bringen, wäre seine Entfernung. Aber frei-willig wird er sich nicht dazu entschließen: ich muß meinenSohn zwingen und habe das Mittel dazu."
Hierauf nahm er die Entsagungsurkunde mit den Worten:„Ich widerrufe meine Abdankung und löse so meinen Sohnvon der schlimmen Rotte die ihn umgiebt. Herr Abate, setztEuch dort an den Tisch, und schreibt, was ich dictire." Boggiobebte am ganzen Leibe. Er warf sich seinem alten Herrn zuFüßen, bat, beschwor ihn, er möge seinen Entschluß ändern, ermöge nicht ihm einen so schmerzlichen Auftrag geben. „Schreibet",wiederholte Victor Amadeus; „ich will's. Ihr verlaßt diesGemach nicht, bevor ihr den Akt aufgesetzt." Dem Wateblieb keine Wahl. Er schrieb des Königs Worte rasch nieder.