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Kleine historische Schriften
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Thronentsagung und Ende.

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der Unterredung mit seiner natürlichen Schwester, der Prinzessinvon Carignan, zu der er großes Vertrauen hegte und die esmir selber erzählt hat. Er sagte ihr, die von seinem Vaterihm zu Theil werdende Behandlung werde ihn tödten, und erlege geringen Werth auf ein solches Leben. Minder offenherzigwar er den Ärzten gegenüber, aber er sagte er fühle seinenTod nahen und bereitete sich mit größter Fassung darauf vor.Seine Krankheit währte nur fünf bis sechs Tage; seine Mutterund Großmutter, Hof und Stadt waren in Verzweiflung.Verzweiflung ergriff nun auch den unglücklichen Vater, der zuspät empfand was er an dem Sohne verlor und sich nichtverhehlte, daß er dessen Henker war. Jetzt konnten keine Lieb-kosungen mehr das Leben verlängern, welches rasch entfloh.Hätte dieser Vater, der einer barbarischen Politik opferte, inder Zukunft lesen, und vorhersehn können was ihm seitens desihm bleibenden Sohnes bevorstand, so würde seine Verzweiflungden höchsten Grad erreicht haben. Er verlor einen trefflichenSohn, dessen Verdienste allgemein anerkannt waren, sah Hof,Stadt und Land in tiefsten Schmerz versenkt und war sichbewußt daß seine Eifersucht ihn getödtet hatte."

Es liegt auf der Hand, daß Victor Amadeus' Familien-leben kein glückliches sein konnte, ja daß es nur dem Namennach bestand. Er war dem schönen Geschlecht sehr ergeben,so wenig er sich im Allgemeinen von demselben leiten ließ.In seiner Jugend verliebte er sich in ein Hosfräulein, AnnaTeresa Canalis, Tochter des Grafen von Cumiana, aus jeneralten und angesehenen Familie, in welche Vittorio Alfieri'sSchwester Maria Eleonora hineinheiratete und die im Manns-stamm mit dem im Jahre 1826 erfolgten Tode des Schwa-gers des Dichters, Grafen Giacinto Canalis erloschen ist.Eine rasch geschlossene Ehe mit dem Grafen von San Seba-stians sollte einen Fehltritt verdecken und die Dame vom Hofeentfernen. Weit größeren Lärm veranlaßte ein anderes Ver-hältniß, welches nicht blos an einem kleinen Hofe das schlimmeBeispiel eines großen nachahmte, sondern aus die Politik nichtohne Einfluß gewesen ist. Jeanne Batiste d'Albert war eine