Eine florentinische Edelfrau im 15. Jahrhundert. 14b
der Medici entsprungenen äußern wie innern Gefahren beseitigthatte. Während des matten in der Romagna geführtenKampfes hatte Filippo Strozzi sich dem Könige Ferrante, demBundesgenossen der Florentiner, durch wiederholte Vorschüssevon Geld zur Löhnung der neapolitanischen Truppen, wiedurch Nachrichten über die Lage der Angelegenheiten vielfachnützlich erwiesen. Des Königs Briefe, so an ihn selbst wiean seinen Gesandten in Florenz und an Andere, sind vollAnerkennung der von ihm geleisteten Dienste, und als derKronprinz Herzog von Lalabrien im Sommer 1467 in Flo-renz war, bei welcher Gelegenheit er Filippo's erwartetenErstgebornen über der Taufe zu halten zusagte, erkannten dieBürger, wie werthvoll die neapolitanischen Beziehungen desStrozzi waren, „ Erlauchter Herr, unser Lieber und Getreuer ",schrieb der König ihm am 22. December, „wir haben eureBriefe erhalten, und danken Euch besonders für die uns ge-sandten Nachrichten. Die trefflichen Eigenschaften, die wir anEuch kennen, und die Zuneigung und Ergebenheit gegen unsund unser Haus, die Ihr jederzeit an den Tag gelegt habet,sind für uns immer eine sichere Gewähr dessen gewesen, was. wir durch reife Erfahrung an Euch erprobt haben."
Nach wiederhergestellter Ruhe und gänzlicher Vernichtung deroppositionellen Elemente war die Autorität der Medici größerals je. Das einzige Bedenken schien der schlechte Gesundheits-zustand Piero's zu wecken, dessen Leib die Gicht beinahe zurleblosen Masse machte, während die beiden Söhne wegen ihrerjungen Jahre, Manchen zur Leitung der Angelegenheiten weniggeeignet schienen. Doch hatte der ältere, Lorenzo, von dessenVergnügungen wir schon erfahren, auf seinen Reisen und beiseinen Besuchen an den meisten Höfen Italiens auch schon vonGeist und Talent Kunde gegeben, ja den künftigen Lenker desStaates ahnen lassen. Eine Versöhnung mit alten Genossenund spätern Gegnern, wie z. B. Agnolo Acciaiuoli war, sollin Piero's Absicht gelegen haben, als der Tod ihn abrief. AmAbende des 2. December 1469 starb er im sechsundfünfzigstenLebensjahr, aufrichtig beklagt von der Mehrzahl der Bürger,