Eine florentinische Edelfrau im 15. Jahrhundert. W
Orten die Empörung aus, und die Verbindung mit Romwurde behindert, indem man von Neapel zu Lande gar nicht,zur See nur mit Schwierigkeit nach Gaeta gelangen konnte.Jetzt gilt es zu sehn wie die Dinge sich entwickeln werden.Es heißt der König sei mit wohlgerüsteter Mannschaft inCapua. Gott wolle allerwärts den Frieden wieder Herstellen.Es thut mir sehr leid, daß Filippo durch diese Wirren be-troffen wird. Gott schütze ihm Leben und Habe."
Man sieht wie gut Madonna Alessandra von den neapoli-tanischen Angelegenheiten unterrichtet war. „Im November",erzählt die Chronik des Notar Giacomo, diese reiche Quellevon Nachrichten, namentlich für die aragonische Zeit, „kamHerzog Jean als Statthalter König Renö's, seines Vaters, vonvielen Baronen gerufen ins Reich, mit zwanzig Galeeren undeiner Anzahl anderer Fahrzeuge, und bei seinem Erscheinen er-griffen manche Herren seine Partei. König Ferrante aber hielteinen Umzug durch die Stadt mit seinem Banner, unter demRuf: Ferro! Ferro!" Im ganzen Reiche kämpfte man, inTerra di Lavoro wie in Calabrien und in Apulien, und vielevon denen, welche einst treu zu König Alfons gestanden, oderderen Söhne, selbst des Nachfolgers nächste Angehörige, wandtensich dem Gegner zu. Die Schlacht am Sarno unweit Neapel,am 7. Juli 1460, schien die Sache zu Ungunsten Ferrante'sentscheiden zu müssen. Aber die thätige Unterstützung vonSeiten Pius' II. und Francesco Sforza's verhalf ihm wiederzu Kräften, so daß der Krieg im Jahre 1464 mit völligemUnterliegen der Partei der Anjou endete. Dem Lande jedochwaren tiefe Wunden geschlagen, und wenn vorderhand keinefremden Unternehmungen mehr gegen dasselbe gerichtet wurden,und der im Jahre 1470 in Barcelona erfolgte Tod des Her-zogs Jean Ruhe von dieser Seite zu verheißen schien, soglomm das Feuer unter der Asche fort, und wir werden nocheines Ausbruchs zu erwähnen haben, bevor die große Kata-strophe des aragonischen Hauses erfolgte.
Unter solchen Umständen mußte Lorenzo's Übersiedlungnach Italien sich verzögern. Filippo blieb einstweilen in Rom,