Eine florentinische Edelsrau im 15. Jahrhundert.
Gegenpapstes, des Spaniers Pedro de Luna, bewahrte, unddie Opposition der Stadt gegen Papst Eugen IV., welche derGraf von Foix mit Waffengewalt brechen mußte, hatte ihreschlimmen Spuren zurückgelassen, was jedoch florentinischeHäuser nicht hinderte, ihre Comptoire dort zu belassen. DieAbsicht, die Mutter zu sich zu nehmen, wurde übrigens vonden Angehörigen gebilligt.
Alcssandra selbst, so sehr sie die Vereinigung mit denIhrigen wünschte, rieth jedoch zu reiflicher Überlegung. „Sieben-mal muß man über eine Sache nachsinnen", schrieb sie imDecember 1459 an Lorenzo, „bevor man zur Ausführungschreitet. Vor Jahresfrist ist an deine Hierherkunft nicht zudenken, denn so lange der Krieg im Königreich währt, ist dortnichts zu beginnen. Unterdessen kann ich die hiesigen An-gelegenheiten in Ordnung bringen. So wie die Dinge jetztstehn, ist nichts zu machen; ich möchte nicht, daß Filippo fürseine Person in Neapel wäre."
Dieser verweilte in Rom. Seit der letzten RegierungszeitPapst Eugens IV. hatte diese Stadt sich in jeder Beziehungsehr gehoben, und die friedliche Regierung Nicolaus' V. hatteden Spuren der Verödung und Verwilderung ein Ende ge-macht, welche florentinische Besucher so lebendig geschilderthaben. Zahlreiche Toscaner hatten sich hier niederzulassen be-gonnen, und je weniger Unternehmungsgeist und Geschäfts-gewandtheit, mit geringen Ausnahmen, die eingebornen Römeran den Tag legten, um so weiter eröfsnete sich das Feld für dieThätigkeit und den Scharfsinn der Nachbaren. Die Zeit vonNicolaus V. zu Clemens VII. ist die Epoche gewesen, in welcher,neben einigen Genuesen, Florentiner und Sienesen die Geld-angelegenheiten der Curie in die Hand nahmen und, indemsie einen über ganz Europa sich erstreckenden Verkehr ver-mittelten, die großen Reichtümer sammelten, welche, wie ihnenselber und ihrer Heimat, auch Rom und der Wissenschaft undKunst zugute gekommen sind. Cosimo de' Medici stand unterNicolaus V. an der Spitze, die Pazzi, Martelli, Ricasoli,Gaddi, Altoviti, Tornabuoni u. a., die Sienesen Spannocchi