Druckschrift 
Kleine historische Schriften
Entstehung
Seite
90
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so

Alessandra Strozzi.

weil wir eben in jene Zahl gehören. Seitdem ist nun durchdie auf Eure Veranlassung geschriebenen Briefe unserer Ver-wandten mein Argwohn Gewißheit geworden. Daß es michgeschmerzt hat, versichere ich Euch, und noch schmerzt esmich, mehr wegen des, wie ich glaube, Euch dadurch be-reiteten Leidwesens, als wegen sonstiger Gründe. An dem-selben Tage, an welchem die Kunde mir zukam, gewann ichmeine Fassung wieder, da ich sah daß ich dagegen nichtsmachen konnte. Dies sind die Früchte dieser Welt, und weran dieselben gewohnt ist wie wir von Kindesbeinen an, machtweniger Aufhebens davon als Solche, denen sie spät reisen,sodaß wir dafür Gott zu danken haben. Ich nehme die Dingein Geduld hin, da sie von denen kommen, die das Regi-ment führen, während ich glauben muß, daß sie es zumWohl der Stadt gethan. Darum werde ich die Geneigtheitnicht mindern, die ich für die vornehmsten Bürger hege, nochin der Liebe Nachlassen, die ich zu meiner Heimat empfinde.So bitte und ermuntere ich Euch, in diese, eure Söhne,nicht Euch selber betreffenden Dinge, Euch mit unserer Gesin-nung zu fügen, gleichwie wir mit der Eurigcn thun, wennEuch etwas begegnet. Geschieht dies, so kommt der mir zu-theil werdende Trost vielleicht dem durch den Vorfall mirbereiteten Kummer gleich, und wir müssen annehmen, daßalles zu unserm Besten geschieht.

Ihr seid nun zehn Jahre lang von uns getrenntgeblieben, und wäret darauf gefaßt, daß noch einige Jahre soverstreichen würden, und leicht hätte es kommen mögen, daßIhr und wir von hinnen gegangen wären, ohne uns wieder-zusehn. Der gegenwärtige Fall aber wird Euch vielleicht ver-anlassen, Euch außerhalb der Heimat mit Euren Söhnen zuvereinigen und mit ihnen zu leben und zu sterben, was Euchwie uns zu nicht geringem Tröste gereichen würde. Ich denkehier (in Rom) zu verweilen, um von Euch zu vernehmen, ob sicuns einige Tage Frist vergönnt haben, dorthin zu kommen umunsere Angelegenheiten zu ordnen. Thun sie's, so werde ichAnstalt treffen, mich mit Euch zu besprechen. Wo nicht, so