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Kleine historische Schriften
Entstehung
Seite
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Alessandra Strozzi.

Jacopo und Filippo, die Söhne Leonardo's, hatten im aus-wärtigen Handel Glück gehabt. In einer Zeit, wo die west-lichen Länder mit florentinischen Banken und Handelshäuserngefüllt waren, hatten sie in Catalonien und Valencia Nieder-lassungen begründet, von wo aus sie regen Verkehr, so mitFrankreich und Flandern, wie mit der Heimat, namentlich mitSüditalien, unterhielten. Niccolo, der älteste der drei, warunvermält geblieben, und als sein junger Verwandter Filippodie Lehrzeit hinter sich hatte, nahm er ihn zu sich nach Va-lencia, wo er selbst längere Zeit, theils mit seinen Brüdern,theils allein verweilte. Von dort aus gab der Jüngling imJahre 1446 der Mutter Nachricht, wie Niccolö, der Vaters-stelle bei ihm vertreten, ihn auch ferner im Leben zu fördernbeabsichtige,auf daß ich Gutes und Schlimmes aus dieserWelt aus seiner Hand empfange. In Wahrheit legt er diebesten Absichten gegen mich an den Tag, so daß ich sein Ver-halten nur rühmen kann, wie ich meinerseits ihm stets dank-bare Liebe bezeugt habe und bezeugen werde, und mich zu be-mühen denke, seine Zufriedenheit zu erlangen." Es war einegute Schule, die er in fremdem Lande durchmachte, und er wieseine Mutter haben's dem väterlichen Freunde gedankt, der denGrund zu Filippo Strozzi's nachmaliger glänzenden Stellunggelegt hat.

Kurz bevor dieser solcherweise schrieb, war ihm, wie schonerwähnt, sein Bruder Lorenzo gefolgt. Im Februar 1446 hatteer, nicht vierzehnjährig, von der Mutter Abschied genommen.Am 28. April gedachten Jahres gab er dieser Kunde vonseinem Ergehen:

Theuerste und geliebteste Mutter! Ich melde Euch, daßich viele Städte gesehen habe, so schön wie Florenz ist aberkeine. Dennoch möchte ich lieber in Barcelona wohnen alsdort. Es ist eine schöne Stadt mit stattlichen Häusern,die alle Terrassen haben, was sich sehr gut ausnimmt. Anallem ist daselbst Überfluß; das Tuch kostet nichts und istgut; hier in Valencia ist jedoch der Markt günstiger und bietetschöne Tuchwaare. Noch melde ich Euch, daß die Zeit der