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Alessandra Strozzi.
in Bologna nahm im Jahre 1424 seine sterblichen Reste auf,die Brüder starben in Paris. Nicht lange darauf, im Jahre1426, ward sie selber den Prüfungen und Schmerzen diesesLebens entrückt, bevor mildere Geschicke den Resten der hart-getroffenen Familie die Thore der Vaterstadt wieder aufschlossen,welche so viele Tausende von Verbannten ausziehen gesehen hat.
Solcherart war das Loos der Frau, die sich an FraGiovanni Dominici wandte, um von ihm Vorschriften für ihreeigene Leitung und die ihres Hauswesens zu erbitten. Es magum die Jahre 1403—1404 gewesen sein, als der Dominicaner-bruder in Florenz längere Zeit hindurch predigte und theologischeVorlesungen hielt. Das Büchlein welches er für sie verfaßte,zerfällt in vier Abschnitte, von denen zwei die Normen für daseigene Verhalten angeben, die beiden anderen von der Sorgefür die Familie handeln. Der dem Ganzen zugrunde liegendeHauptgedanke ist, daß alles, was der Mensch hat, ihm vonGott kommt und er Gott alles zurückzugeben hat. Geistesgabenund Körperkräfte müssen zum Preise des Schöpfers und inder Erfüllung der göttlichen Gebote angewandt werden, wozugleichfalls die zeitlichen Güter dienen sollen. Man wird nichterwarten noch verlangen, daß ein Klosterbruder des 14. Jahr-hunderts sich in der Anleitung zum christlichen Leben frei zeigevon den kleinlichen, von Ansichten und Gewohnheiten der Zeitunzertrennlichen, heute selbst nicht ganz geschwundenen Praktiken.Seine Vorschriften zeugen jedoch auch von männlichem Geistund klarer Erkenntnis der Lage der Dinge, wie der Obliegen-heiten von Eltern und Familienhäuptern inmitten der Gährung,die durch das schon begonnene Hereindringen der gleichsam neu-entdeckten antiken Welt in die bis dahin von den engen Schrankenmittelalterlicher Bildung und Sitte umschlossene Gesellschaftzum Durchbruch kam. Fra Giovanni Dominici ist wol einerder ersten gewesen, welche vor den in den Tendenzen dessogenannten Humanismus liegenden Gefahren für die Jugend-erziehung gewarnt haben. Er ist gegen eine Richtung ausge-treten, welche die Jugend, ja die Kindheit „eher heidnisch alschristlich werden läßt, eher Jupiter und Saturn, Venus und