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Kleine historische Schriften
Entstehung
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Eine florentinische Edelsrau im 15. Jahrhundert. 15

cationen, Aufhebung aller bürgerlichen Rechte, Verbot derVerschwägerung, Kerker, Tortur, Exil, Tod; Blutgelder biszu Tausenden von Goldgulden, mit besonderen Vergünstigungenfür die Mörder, selbst wenn sie verurteilte Missethäter waren:solcherart sind die Maßregeln der gegen die Alberti erlassenenDecrete, namentlich des ärgsten, jenes von 1412. Und allesdies geschah in einer Epoche, die zu den thätigsten und imganzen glänzendsten der Republik gehörte! Erst als die Machtder Albizzi sich abschwächte, während die klug sich durchwindendenMedici, die alten Freunde der Alberti, wieder aufkamen, er-lahmte die Verfolgung. Nachdem Papst Martin V. sich derVerbannten angenommen, erfolgte anfangs Suspension, dann,im Jahre 1428, Widerruf der Strafdecrete. Sechs Jahrespäter öffnete der Sieg Cosimo's de' Medici über seine Gegnerihnen wieder die Thore der Heimat. Wie viele aber warenin der Fremde gestorben und verdorben oder durch Mörder-hand gefallen! Eine politische Rolle haben sie nicht wiedergespielt, und mit der Republik nimmt ihre Geschichte ein Ende,obgleich sie erst im Jahre 1836 in Florenz erloschen sind,wo an vielen Bauten ihre Wappen, schräggekreuzte Ketten,und Monumente und der aus Andere übergegangene Name ansie erinnern.

Das erste Jahrzehnt der zweiten Ehe Madonna Barto-lommea's war verhältnismässig ruhig verflossen, mögen immerhindie mancherlei Wandlungen ihres Gatten es gelegentlich getrübthaben. Dann brach die Verfolgung auch über ihr Haus ver-nichtend herein. Mit vier Kindern, einem Sohne, der wenigeMonate vor des Vaters Verbannung geboren wurde, und dreiTöchtern, Brigida, Bionda und Maria, fand sie sich allein inFlorenz und mußte sich noch glücklich schätzen, nicht den Witwen-schleier zu tragen. Das Strafgesetz vertrieb sie aus derFamilienwohnung und nahm ihr den Sohn der, kaum zehn-jährig, gleichfalls verwiesen wurde und den sie in Rovigosterbend wiedersah, um sodann seine irdische Hülle an der Seitederjenigen des Vaters beizusetzen. Denn so wenig wie seineBrüder sah Antonio die Heimat wieder. Die Servitenkirche