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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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Schlußbetrachtungen.

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Bevölkerung die Quellen seiner Kraft findet, erliegen müssen. Karthago erlagin dem Kampfe mit Nom, weil es nicht verstand, seine Seegewalt aufrechtzu erhalten. Hannibal mußte den mühsamen Weg durch Gallien nehmen,weil ihm die See nicht unbeschränkt offen war. Alpen und Pyrenäen trenntenihn von seiner Operationsbasis Spanien, und während er in glänzendenaber schließlich unfruchtbaren Feldzügen seine Heere aufrieb, konnten dieRömer im Besitz der Seeherrschaft ohne Beschwerden und Verluste ihreHeere nach Spanien überführen und den Karthagern diese reichste Kolonieentreißen.

Wenn die Venezianer also auch nicht daran denken konnten, auf demFestlande sich dem Alles vor sich niederwerfenden Eroberungszuge der Türkenentgegenzustemmen, so mußten sie von vornherein und dauernd dem see-ungewohnten Volke den Zutritt zum Meere versagen. Das aber haben sienicht gethan, und in dem Umstande, daß sie ihre überlegenen Seestreitkräftenicht ausnutzten, muß ein Hauptgrund für den unglücklichen Ausgang desKrieges gesucht werden. Die Frage, was denn hätte geschehen können, umgrößere Vortheile aus der Seemacht zu ziehen, verdient daher eine Er-örterung.

Die Thätigkeit der Venezianischen Flotte konnte nach zwei Richtungenhin wirksam werden: Durch Zusammenwirken mit den Landtruppenzur unmittelbaren Vertheidigung der Insel und durch selbständige Unter-nehmungen.

Hinsichtlich des Zusammenwirkens von Flotte und Landheer war vorAllem die Möglichkeit von großem Werth, Truppen zu jeder Zeit und anvielen Orten der Insel ein- und ausschiffen zu können. Die Freiheit derBewegung, die ein solches auf die Flotte sich stützendes Landnngsheer besitzt,ist von großem Vortheil. Die Kriegsgeschichte bietet dafür zahlreiche Bei-spiele. Im Feldzuge von 1808 in Spanien war ein Englisches Heer vonLissabon auf Salamanca vorgerückt, als es sich plötzlich Napoleon gegenüberbefand, der mit starker Uebermacht schnell heranrückte. Nur schleuniger Rückzugkonnte Rettung bringen. Allein schon war die Straße nach Lissabon verlegt,und nur der Weg nach Nordwesten blieb frei. Der Englische Feldherr schlugihn unbedenklich ein, ließ die Flotte vom Tajo nach Corunna kommen undbrachte auf ihr sein Heer in Sicherheit. Im Russisch-Türkischen Kriege haben1877 die Türken ihre Ueberlegenheit zur See dazu benutzt, ein Heer von30 000 Mann aus Albanien zu Schiffe an die Küste von Rumelien und einanderes von Varna nach Konstantinopel zu schaffen. Auch im Kampfe umCandia stand es den Venezianern durchaus frei, derartige Unternehmungenauszuführen. Die Südküste der Insel kam dabei freilich weniger in Betracht.Sie fällt überall steil zum Meere ab, brauchbare Häfen sind auf ihr fastgar nicht vorhanden. Außerdem hätten die Truppen, um nach dem Haupt-schauplatze des Krieges, dem nördlichen Theil der Insel, zu gelangen, denhohen und unwegsamen Gebirgszug überschreiten müssen, der die Insel der