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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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198 11. Heimkehr der Hülfsflotten und Fall der Festung Candia.

Galeeren und die Französischen Hochbordschiffe von der übrigen Flotte, umsich nach dem nahen Malta und nach Toulon zu wenden. Die Päpstlichenund Französischen Galeeren setzten ihre Fahrt längs der Italienischen Küsteam 8. Oktober fort. Die Päpstlichen Schisse gingen in Civitavecchia in ihreWinterquartiere, während Vivoune sich nach seinem Bestimmungsort Marseillebegab. Rospigliosi hatte sich schon bei Nettuno an Land setzen lassen undwar von dort unverzüglich nach Castelgandolfo geeilt, um dem Papst Berichtzu erstatten. Clemens IX., der bereits von dem Falle Candias Nachrichterhalten hatte, empfing seinen Neffen sehr ungnädig. Er warf ihm vor Allemvor, daß die christliche Flotte trotz ihrer Stärke so gut wie gar nichts geleistethabe. Und als Rospigliosi darauf erwiderte, er habe die Päpstlichen Schiffeschonen wollen, rief der Papst aus:Es wäre besser gewesen, das Leben mitden Schiffen zu verlieren als Candia an die Türken!" Außerdem beklagte ersich darüber, daß der Admiral es nicht verstanden habe, die Streitkräfte, derenFührung ihm übertragen war, in der richtigen Weise auszunutzen. Nament-lich sei es seine Aufgabe als Generalissimus gewesen, die Franzosen undMalteser zum Ausharren zu bewegen. Auch hierauf vermochte Rospigliosi zuseiner Entschuldigung nur wenig anzuführen. Er schied in Verstimmung vomPapste, der bald daraus starb, wie es heißt, aus Kummer über den FallCandias. Rospigliosi trat von da an ganz in den Hintergrund und hat keinKommando mehr bekleidet.

Aehnlich erging es dem Herzog von Noailles bei seiner Ankunft in Tou-lon. Ludwig XIV. ließ ihm sagen, er wünsche ihn an seinem Hofe nicht zusehen, er solle vielmehr sein Kommando niederlegen, sich auf seine Güterzurückziehen und warten, bis er gerufen werde. Drei Jahre lang mußte derGeneral sein Verhalten bei Candia in der Verbannung büßen, dann endlichernannte ihn der König zum Gouverneur von La Rochelle, ließ ihn aber auchspäter noch nicht an seinen Hof. Etwas besser kam der Graf von Vivonnefort, da er an seiner Schwester eine mächtige Fürsprecherin besaß. Er durftezwar ebenfalls längere Zeit nicht bei Hofe erscheinen, behielt aber seinKommando.

Noch bevor die Abreise der Hülfsflotten aus Candia erfolgt war, hatteMorosini bereits Verhandlungen mit den Türken eröffnet. Obschon er keinenAuftrag dazu besaß, sondern befürchten mußte, daß man ihn in Venedig ver-läugnen und schwer zur Rechenschaft ziehen würde, beschloß er doch auf eigeneVerantwortung die Uebergabe Candias zum Abschluß eines allgemeinen Frie-dens zu erweitern. Er hoffte dadurch gleichzeitig bei der Kapitulation derFestung günstigere Bedingungen zu erzielen. Bereits am 28. August schickteer den Oberst Amandi mit einer Barke in den Fluß Gioffiro, in dessen Nähesich das Lagerzelt des Großvezirs befand, und ließ diesem einen Friedens-schlnß anbieten, zunächst ohne von der Kapitulation der Festung zu sprechen.