11. Heimkehr der Hülfsflotten und Fall der Festung Candia.
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strenge Befehle aus Rom*) genöthigt, am nächsten Tage mitsammt seinerFlotte abzureisen, um nicht Zeuge der Uebergabe der Festung an die Un-gläubigen zu sein.
11. Heimkehr der Hülfsflotten und Fall der Feflung
Candia.
Am Abend des 31. August erfolgte der gemeinsame Aufbruch sämmtlicherPäpstlichen, Französischen und Maltesischen Schiffe von Candia. Rospigliosihatte von dem Generalkapitän schriftlich Abschied genommen und unter noch-maliger Anführung aller Gründe, die ihn zur Abreise bestimmten, denVenezianer gebeten, ihm zu verzeihen, wenn er unrecht handele. Morosiniantwortete darauf in einem Schreiben, das seinem tiefen Schmerz über dietraurige Wendung der Dinge in rührenden Worten Ausdruck verleiht:
„.Die Fortdauer meines Lebens kann mir in Zukunft nur Grund zu
immerwährenden Thränen geben, wenn ich an die unvermeidlichen Gefahrendenke, die der ganzen Christenheit nach dem Falle dieser unglücklichen Stadtbevorstehen. Ich möchte lieber unter den Trümmern Candias der Wuth derBarbaren preisgegeben sein, als ein so großes Elend überleben. Mich kannin meinem Schmerz darüber nur das Bewußtsein trösten, daß wir Alle inGottes Händen stehen, und daß er mein Leben, das ich oft genug aufs Spielgesetzt, noch nicht zum Opfer hat haben wollen ..."
Der herrschende Südwind zwang die verbündete Hülfsflotte zunächst innördlicher Richtung bis zu der Insel Santorini zu gehen, die sich noch imBesitz der Venezianer befand. Es dauerte zehn Tage, bis der Wind eineWeiterfahrt in westlicher Richtung erlaubte. Die Franzosen betrugen sich indieser Zeit sehr schlecht, wenn sie an Land kamen. Rospigliosi und die Mal-teser hielten dagegen strenge Mannszucht. Am 11. September endlich konnteman weiterfahren, und zwar über Cerigo und Zante nach Corfu, das abererst am 21. erreicht wurde, weil die Französischen Hochbordschiffe die meisteZeit von den Galeeren geschleppt werden mußten. In Corfu fingen dieFranzosen wieder mit den Einwohnern wegen einiger Frauen Händel an. Eskam zu blutigen Schlägereien, bei denen mehrere Soldaten ihr Leben ein-büßten.
Dies bestimmte Rospigliosi, am 24. September aufzubrechen, doch trafman erst am 1. Oktober in Messina ein. Hier trennten sich die Maltesischen
Diese Befehle waren in der That gegeben worden. Sie schrieben dein Päpst-lichen Admiral vor, in zwei Fällen sofort zurückzukehren: wenn die Festung kapitulire oderwenn eine der anderen Hülfsflotten abreife. Rospigliosi handelte hier also streng nachfeiner Instruktion, aber gerade dadurch beschleunigte er den Fall der Festung, den er hatteverhindern sollen.