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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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10. Ereignisse bei Candia im Sommer 1669.

Seit Anfang Augnst war eine furchtbare Hitze eingetreten, die die Kräftebei Angreifern und Vertheidigern lähmte. Nur wenige Stunden am Abendund Morgen konnte gearbeitet werden, auch verursachte die Sonnengluthzahlreiche Fiebererkranknngen in der Stadt und auf der Flotte, die meistenstödtlich verliefen. Auf den Französischen Schiffen z. B. betrugen die Ver-luste Mitte Augnst über ein Drittel des Mannschaftsstandes, wie sich ausAnlage 11 ergiebt. Am 11. Augnst erschien ein Abgesandter Vivonnes beiMorosini und ersuchte diesen, er möchte dem Französischen Admiral die sechsVenezianischen Galeassen zu einer Unternehmung gegen die bei Rettimo undCanea zu Schiff anlangenden Türkischen Verstärkungen mitgeben. Morosinihielt dies jedoch für eine Finte Vivonnes, um unter Geleit der Galeassensicher bis Cerigo zu kommen und dann auf und davon in die Heimath zufahren. Er anwortete daher ablehnend. Nunmehr traten die FranzösischenFührer mit ihrer Absicht, sich bald in Sicherheit zu bringen, offen hervor.Sie behaupteten, einen Befehl des Königs Ludwig zur schleunigen Rückkehrzu haben. Da diese Angabe in der Folge mehrfach wiederholt wurde und schließ-lich den einzigen Entschuldigungsgrund für die Abreise der Franzosen gebildethat, so bedarf sie hier einer Untersuchung und Klarlegung. Es findet sichin dem ausgedehnten Schriftwechsel zwischen den Höfen von Paris, Romund Venedig an keiner Stelle eine Hindeutung, die im Sinne einer früh-zeitigen Heimkehr der Französischen Streitkräfte aus Candia zu deuten wäre.Denn auch die Schlußworte in dem Briefe des Ministers Lionne an denKardinal-Staatssekretär in Rom vom 11. Januar 1669:*)<gui ^ ssrvirontsix rnols sntisrs, s'11 sst näosssairs, pu'ils äsmsursnt tont es tsmps" können wohl selbst bei der gewaltsamsten Auslegung kaum als eine Er-laubniß dazu gelten. Eher wäre dies schon der Fall bezüglich des Schluß-satzes in der dem Herzog von Beaufort mitgegebenen Instruktion:**)

^8s, Nagest^ a oräonnck ä'agoutsr a l'lnstrustion äs 1'autrs part,Hn'sn oas, «gu'aprss cgus 1s sisnr äno äs Uonaillss anra rsoonnn1'ätat an^nsl ssra 1a plass äs 6anäis lorstgns 1'armäs äs 8a Nagestä^ arrivsra, 11 sstimsrait, cpn'slls ns Int plus sn stat ä'strs sssournsst cgn'il Int ä'avis äs rsportsr Iss tronpss sn Uranos, 8a Najsstävsnt, gjn'sn ssla 1s ält sisnr äns äs Usautort suivs 1'avis än äit sisnräus äs Nonaillss st ciu'il rsprsnns 1a ronts äs Uranos avso tontssIss troupss, <gui ssront snr Iss valsssanx.^

Diese Wendung bezweckt aber offenbar nur, dem Herzog von Noaillesanstatt Beaufort die Entscheidung darüber zu übertragen, wann der Zeit-punkt zur Abreise gekommen sei, sicherlich aber doch nur in der Voraus-setzung, daß diese Entscheidung dem Sinne und der Absicht desKönigs bei der ganzen Unternehmung entspräche. Daß aber

*) Bergt. S. 166 nebst Anmerkung.

Siehe Anlage 6.