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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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10. Ereignisse bei Candia im Sommer 1669.

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gerade wesentlich darum, festzusetzen, wieviel Mannschaften die FranzösischeFlotte zu einer Unternehmung am Lande stellen könne und solle. Unterdiesen Verhältnissen gaben Nospigliosi und Accarigi ebenfalls ihre Fahrt nachCandia auf, sandten aber Bevollmächtigte in die Stadt, die sie vertretensollten, falls dennoch ein Kriegsrath zu Stande käme. Nospigliosi hatte hierfürseinen rnasstro <ii cmwpo Brancacci bestimmt. Als dieser am 30. JuliAbends in Candia eintraf, begab er sich zunächst zu Morosini und bewogihn, den Kriegsrath auf den Nachmittag des folgenden Tages festzusetzen.Sodann suchte er den Herzog von Noailles auf und bat ihn im AufträgeRospigliosis, an der Berathung theilzunehmen. Der Herzog sagte auchzu, bemerkte aber in der weiteren Unterredung, seiner Ansicht nach thäten dieVenezianer gut, mit den Türken Frieden zu schließen. Candia sei doch nichtmehr zu halten, namentlich wenn die Franzosen die Stadt verlassen hätten,wozu sie durch die Befehle ihres- Königs binnen Kurzem sich gezwungensichen.^)

Die Berathung fand denn auch in der That am 31. Juli in derWohnung des Herzogs statt und nahm einen zum Theil recht stürmischenVerlauf. Anwesend waren außer dem Herzog von Noailles: der General-kapitän, die Bevollmächtigten der drei Admirale, die Generale Montbrunund Battaglia, der Französische Intendant de la Croix, sowie der Oberstde la Tour, Kommandeur der Maltesischen Truppen in Candia.

Zunächst setzte Brancacci als Vertreter des Generalissimus auseinander,wie es der heißeste Wunsch des heiligen Vaters sei, Candia um jeden Preisvor der Wuth der Ungläubigen zu retten. Die vor Kurzem erfolgte Be-schießung durch die Flotte habe dargethan, daß den Türken von der See ausnicht beizukommen sei. Der Generalissimus habe ihn daher beauftragt, eingemeinsames Unternehmen zu Lande in Anregung zu bringen, sei es, daßman den Türken eine Schlacht im freien Felde liefere, sei es, daß ein all-gemeiner Ausfall gegen die Belagerungsarbeiten gemacht werde. In jedemFalle erbiete sich der Päpstliche Admiral gemeinsam mit den Maltesern einLandungskorps von 500 Seesoldaten aufzustellen. Bezüglich der Entscheidung,was damit zu geschehen habe, wolle er sich indeß ganz der Einsicht desHerzogs von Noailles unterordnen.

Hierauf erklärte sich Morosini ebenfalls zu Allem bereit, was dieFranzösischen Führer für das Beste hielten, vorausgesetzt, daß überhauptetwas geschähe. Auf die Frage Brancaccis, wieviel Truppen die Venezianerdabei stellen würden, erwiderte der Generalkapitän: im günstigsten Falle3000 Mann. Diese Anwort gab den Anlaß zu einem heftigen Ausfall derFranzosen gegen den Venezianer, und zwar führte hierbei das Wort nichtder Herzog von Noailles sondern der Intendant de la Croix, ein Mann,

Hier erscheint zum ersten Mal auf Französischer Seite die Angabe, der KönigLudwig XIV. habe die vorzeitige Rückkehr seiner Truppen und Schiffe selbst befohlen, eine Angelegenheit, die weiterhin einer genaueren Untersuchung unterzogen werden wird.