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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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10. Ereignisse bei Candia im Sommer 1669.

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oder wollte, völlig gescheitert, und als Ergebniß blieb nur die Ge-wißheit, daß auch die Ueberlegenheit zur See auf Seiten der Christen denendlichen Fall der Festung nicht mehr anfzuhalten vermöge. Umgekehrtschöpften die Türken aus dem Mißlingen der Beschießung von Neuem dieUeberzeugung, daß ihr Sieg nur noch eine Frage der Zeit sein könne.

Auch der Ausfall bei San Andrea hatte infolge der Uneinigkeit und desMißtrauens der Teilnehmer keinen Erfolg. Nach der getroffenen Verab-redung sollte er gemeinsam von je 1200 Mann Franzosen und VenezianischenSöldnern unternommen werden. Als aber der Augenblick dazu heran-gekommen war, weigerte sich der Herzog von Noailles, die versprochene Zahlvon Mannschaften zu stellen unter dem Vorgeben, daß auch die Venezianerjedenfalls ihren Verpflichtungen in dieser Beziehung nicht Nachkommen würden.Infolgedessen wäre das ganze Unternehmen gescheitert, wenn nicht die Braun-schweigisch-Lüneburgischen Regimenter sich erboten hätten, 150 Freiwillige unterdem Befehl des Oberstlieutenants v. Ploetz und der Hauptleute Heise undMeisenbusch zu stellen, worauf denn Noailles ebensoviel Franzosen unter demmaräsiml äs oamx Colbert hergab. Als nun die Flotte die Beschießungbeendet hatte, ließ man zunächst gleichzeitig drei vorbereitete Minen springen,um die Türken einzuschüchtern, und dann brachen beide Abtheilungen ausdem Graben vor. Aber der an dieser Stelle persönlich kommandirende Groß-vezir war auf ein solches Unternehmen der Belagerten vorbereitet gewesenund hatte 6000 Janitscharen bereit gestellt, die die Ausfallenden mit einemHagel von Geschossen empfingen. Trotzdem gelang es den braven Braun-schweigischen Truppen, mehrere Verschanznngen zu erstürmen und sich sogareine Weile darin zu behaupten, schließlich aber wurden sie doch von der feind-lichen Uebermacht unter den größten Verlusten wieder in die Festung hinein-geworfen. lieber 100 Deutsche blieben todt, darunter der Oberstlieutenantv. Ploetz, und auch von den Ueberlebenden kehrten nur sechs unverletzt in dieStadt zurück. Die Franzosen dagegen hatten es vorgezogen, schon vor derersten feindlichen Batterie Kehrt zu machen und ihre Deutschen Kameraden imStich zu lassen; ihre Verluste waren daher unbedeutend.

Das Mißlingen der beiden Unternehmungen vom 24. Juli hatte nebender allgemeinen Niedergeschlagenheit auf Seiten der Christen auch noch einWiederaufleben der zwischen den Französischen und Venezianischen Führernbereits bestehenden Mißhelligkeiten, die seit dem Erscheinen des Generalissimusetwas nachgelassen hatten, zur Folge. Die tiefgehende Verstimmung, die sichder Franzosen nach ihrem unglücklichen Ausfall am 25. Juni bemächtigt hatte,wandte sich vornehmlich gegen den Generalkapitän Morosini. Man warfihm vor, daß er falsche weil allzugünstige Nachrichten über den Zustand derFestung in Europa verbreitet und dadurch am Hofe von Paris den Glaubenerweckt habe, es sei der belagerten Festung noch zu helfen. Thatsächlich aber