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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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10. Ereignisse bei Candia im Sommer 1669.

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Erdwerke selbst würden nicht darunter leiden. Umgekehrt ständen die voraus-sichtlichen Verluste der Flotte in gar keinem Verhältnisse zu dem etwaigen Er-folge, denn ein Kampf hölzerner Fahrzeuge gegen Erdschanzen sei stets soungleich, daß man sagen könne: ein einziges Geschütz am Lande habe mehrWerth als ein ganzes Schiff. Als trotz dieser gewichtigen Bedenken dieMehrzahl der Mitglieder des Kriegsrathes an der Beschießung durch dieFlotte festhielt, gab Nospigliosi indeß wie gewöhnlich nach. Man setzte dannfest, daß das Unternehmen sobald wie möglich auf der Seite von SanAndrea erfolgen sollte, weil sich hier die Schiffe dem Ufer mehr nähernkonnten als bei Sabionera.

Obwohl sich die Aussichten auf einen Erfolg der Beschießung mit jedemTage, den die Türken zur Verstärkung ihrer Strandbatterien verwendenkonnten, verringerten, vergingen doch noch zwei Wochen bis zur Ausführung.Schuld daran trug das stürmische Wetter, denn nur bei vollkommen ruhigerSee durfte man hoffen, mit den Schisfsgeschützen so kleine Ziele wie die fastganz in die Erde versenkten Türkischen Batterien zu treffen. Endlich am23. Juli bewegte kein Lnfthauch die See, und auch für den folgenden Tagsagten die wetterkundigen Piloten Windstille voraus. Der Generalissimushatte zwei Befehle ausgegeben; der eine setzte fest, in welcher Weise die15 Französischen und 14 Venezianischen Hochbordschiffe, sowie die 6 Venezia-nischen Galeassen*) von den Galeeren ins Schlepptau zu nehmen und aufdie ihnen bezeichneten Plätze zu schassen seien.**) Der andere enthielt eineBestimmung über die Zeichen, nach denen bei Tage oder bei Nacht die Be-wegungen ausgeführt, das Feuer eröffnet und eingestellt werden sollte. Außer-dem wurde jedem Führer ein Plan übergeben, worauf für die einzelnen Ab-theilnngen der Flotte ihr Platz in der Schlachtordnung genau eingezeichnet war.

Schon am Abend des 23. Juli vereinigten sich sämmtliche Schiffe auf derRhede von Candia und am anderen Morgen um 6 Uhr nahmen sie die ihnenbezeichneten Plätze ein. Es muß ein imposanter Anblick gewesen sein, als diese58 Fahrzeuge, an der Spitze die PäpstlicheCapitana" mit dem Bannerdes heiligen Kreuzes, das die Inschrift trug: Oissipöntur ooansg inimioichns! sich in einer Linie vorbewegten, um sich auf Mnsketenschußweite vomUser vor Anker zu legen. Allein die Türken, denen die Absicht der Beschießungnicht unbekannt geblieben war,***) gaben Acht, empfingen die anrückende christ-

*) Die Rudermannschafton der Galeassen wurden in der Stadt beim Bau deszweiten Abschnittes verwendet; diese Schiffe mußten daher ebenfalls geschleppt werden.

**) Einem nachträglich gefaßten Beschluß zu Folge sollten 6 der VenezianischenHochbordschiffe vor Sabionera Aufstellung nehmen und die dortigen Türkischen Batterienbeschießen, um zu verhüten, daß sie den linken Flügel der Flotts vor San Andrea vonder Flanke her unter Feuer nahmen. Diese Schiffe wurden bereits in der Nacht voneinem Theil der Päpstlichen und Maltesischen Galeeren auf ihre Plätze geschleppt.

***)... Anstatt aber, daß man die Beschießung solte ingeheim halten und derFeind darvon keine Wissenschaft bekommen haben, ist solches wol vier Tage zuvor derMeisten 6narnison, Bürgern und Griechen wissend und damit zugleich dem Feind ver-