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10. Ereignisse bei Candia im Sommer 1669.
liche Flotte mit heftigem Feuer und fügten ihr schon jetzt empfindlichenSchaden zu, da sowohl Segelschiffe wie Galeeren während der Zeit, in derdie Segler zum Auffahren gebracht wurden und darauf die Galeeren sich aufihre Plätze begaben, vertheidigungsunfähig waren Um 7 Uhr war die Auf-stellung^) beendet. Sie erstreckte sich von dem Fluß Gioffiro bis zum BastionSan Andrea und zerfiel in rechten Flügel, Centrum und linken Flügel. Denäußersten rechten Flügel bildeten zunächst vier Venezianische Hochbord-schiffe;^* *) dann folgten nach links fünf Maltesische und Päpstliche Galeeren,darauf wieder zwei Venezianische Hochbordschiffe (darunter das Admiralsschiff)und links daneben nochmals vier Maltesische und Päpstliche Galeeren. DieserTheil der ganzen Linie hatte die Aufgabe, theils das Türkische Lager in derNähe des Flusses Gioffiro, theils die von hier zu den Verschanzungen vorSan Andrea führenden Verbindungen unter Feuer zu halten, um zu ver-hüten, daß die Türken Verstärkungen aus dem Lager nach vorn schafften.Weiterhin bildeten das Centrum zunächst drei Päpstliche und zwei MaltesischeGaleeren (unter ihnen die Flagschiffe Rospigliosis und Accarigis) in schach-brettförmiger Aufstellung, sowie je zwei Venezianische Galeeren und Hochbord-schiffe. Ihre Ausgabe war es, die Türkischen Verschanzungen und namentlichdie Batterien durch Flanken- und Nückenfeuer zu beunruhigen. Sie hattendaher die Front nicht ganz senkrecht zum Lande, sondern etwas nach Südostengewendet. Der linke Flügel bildete die Hanptstellung und war demgemäßam stärksten. Er bestand aus drei Theilen: dem am weitesten rechts befind-lichen von sechs Galeeren und sieben Hochbordschiffen der Franzosen, demmittleren von sechs Venezianischen Galeassen, und dem linken von sieben Fran-zösischen Galeeren und acht Hochbordschiffen (darunter die Galeere Vivonnesund das Schiff des Vizeadmirals de Märtel). Hochbordschiffe und Galeerenwechselten immer miteinander ab, während die Galeassen eine Abtheilung fürsich bildeten. Dem gesummten linken Flügel fiel die schwierige Aufgabe zu,den Kampf mit den Türkischen Strandbatterien aufzunehmen und die Ver-schanzungen und Laufgräben vor San Andrea nach Möglichkeit zu schädigenoder zu zerstören.
Das Zeichen zum Beginn der Beschießung gab die Päpstliche „Capitana"bald nach 7 Uhr, indem sie eine rothe Kriegsflagge hißte und den erstenSchuß abfeuerte. Bald ertönte ans der ganzen Linie der Donner von über1100 Geschützen, deren gewaltige Wirkung die Türken bald zum Schweigen
rathen worden, welcher sich dann darzu fein stattlich hat schicken und gefast machenkönnen. Heber das hat man zwey Tage zuvorn bei) Hellem Tage Galeeren lassen unterdas Land hergehen, umb zu versuchen, wie nahe man mit den Schiffen und Galeeren andas Ufer gelangen könne; da die Türcken dann also gut und freundlich gewesen, daß siesolches nicht verwehren walten ..." (Scheither.)
*) Siehe anliegende Textskizze.
*") Ihrer Geschutzvertheilung entsprechend lagen die Hochbordschiffe mit einer Breit-seite nach dem Lande zu, während die Galeeren dem Feinde den Sporn zukehrten.