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8. Der Ausfall der Franzosen am 25. Juni 1669.
dann von der Seite her in die Laufgräben ein. Alles niedermachend, was sichihr entgegenstellte. Fast gleichzeitig waren auch die Regimenter Saint-Valierund Lorraine vom Gros gegen den Rücken der Verschanznngen vorgegangenund hatten hier gleichfalls binnen Kurzem alle Stellungen der Türken ge-nommen. Diese, vielfach im Schlafe überrascht, leisteten nur geringen Wider-stand und flohen theils auf die Anhöhen hinter den Batterien, theils stürztensie sich in das Meer, um sich durch Schwimmen zu retten, oder gaben sichgefangen.*) Der Rest des Gros war inzwischen den vorangegangenenRegimentern Saint-Valier und Lorraine gefolgt, hatte sich gegen die Batteriengewendet und diese erstürmt. Hierbei wurde er von den übrigen Gardetruppenund den reformirten Offizieren unterstützt, die allein 32 Geschütze eroberten.Auch der Herzog von Beaufort wollte nunmehr seine Marinetruppen gegenFront und rechte Flanke der Laufgräben vorführen, indem er zunächst imGraben der Festung bis vor das Bastion Sabionera marschirte und von hier-aus angrisf. Es folgten ähm aber nur 300 Mann, die übrigen zogen esvor, im Graben zu bleiben. Trotzdem gelang es dem Herzog, mit der kleinenAbtheilung in die Laufgräben einzudringen und alle noch darin befindlichenTürken zu verjagen oder zu tödten. So gelangte also in Zeit von kaumeiner Stunde die ganze Türkische Stellung vor Sabionera in die Hände derFranzosen, und es wäre nun deren Aufgabe gewesen, die gewonnenen Punktezu besetzen und festzuhalten. Allein schon hatten sich alle Truppen mitAusnahme weniger Abtheilungen der Reserve aufgelöst und begannen trotzausdrücklichen Verbotes die Türkischen Lagerhütten und Zelte zu plündern.Dabei betrat ein Grenadier der Garden eine Höhle unterhalb einer der ge-nommenen Batterien, in der die Türken bedeutende Pulvervorräthe aufbe-wahrten. Wahrscheinlich durch die brennende Lunte des Mannes wurden dieganzen Pulvermassen entzündet und explodirten mit furchtbarer Gewalt, einenTheil des Felsens und alle darauf befindlichen Franzosen, zumeist Garden,mit sich in die Luft schleudernd. Nun waren in ganz Europa zu der da-maligen Zeit die schrecklichsten zum Theil weit übertriebenen Gerüchte überdie verheerenden Wirkungen der Minen bei Candia verbreitet. Als jetzt dieFranzosen das Krachen der Explosion hörten und die gewaltige Rauch- undStaubwolke, untermischt mit Felsslücken und menschlichen Leibern, bemerkten,die sich an der Stelle des Unglücks erhob, bemächtigte sich ihrer die Furcht,der ganze Boden, aus dem sie sich befanden, könne unterminirt sein. Einallgemeiner Schrei: 6ars anx minss! ertönte, und Alles stürzte in wilderHast auf die Festung zu. Vergebens bemühten sich die höheren Offiziere,die fliehende Masse zum Stehen zu bringen, — es gelang kaum, die wenigennoch geschlossenen Truppentheile der Reserve außerhalb des feindlichen Lagerssestzuhalten.
Es wird erzählt, daß Viele sich auf die Knie geworfen, das Kreuz geschlagen undausgerufen hätten: „Ich bin ein Christ!" Vielleicht waren dies Sklaven oder gezwungenarbeitende Schanzgräber.