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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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8. Der Ausfall der Franzosen am 25. Juni 1669.

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Inzwischen hatten sich die Türken auf den Anhöhen hinter den Batterienwieder gesammelt und gingen nun, durch die Panik der Franzosen ermuthigt,ihrerseits zum Angriff vor. Ein Theil von ihnen drang von rückwärts herin die Verschanzungen ein, und da sie mit der Oertlichkeit besser vertrantwaren als die Franzosen, gelang es ihnen, die meisten, die sich in den Lauf-gräben verirrten, gefangen zu nehmen oder zu tödten. Ein anderer Theilder Türkischen Truppen stürzte sich mit gewaltigem Geschrei von den Anhöhenauf die außerhalb der Verschanzungen nach der Stadt zurückfluthenden Massender Franzosen. Der Herzog von Noailles in Person und der Führer desGros de Bret warfen sich ihnen zwar an der Spitze der Musketiere desKönigs sowie einer Schwadron Kavallerie entgegen und trieben sie eine Streckeweit zurück. Allein jetzt erschienen von Nen-Candia und San Andrea herbedeutende Verstärkungen der Türken, namentlich auch Reiter, und griffen dieletzten noch geschlossenen Reserven der Franzosen in der Flanke an. Diesewandten sich zur Flucht und rissen ihren Kommandeur Choiseul sowie denOberbefehlshaber selbst mit sich. Beide Führer scheuten keine Bitten undDrohungen, die Leute zum Stehen zu bringen, allein Niemand hörte mehrauf sie. Nachdem dem Herzog sein Pferd unter dem Leibe erschossen warund acht Kavaliere seines Stabes neben ihm den Tod gefunden hatten, zogauch er, als der Letzten einer, sich nach der Festung zurück. Erst vor derenMauern kam das Vorgehen der Türken zum Stehen.

Ein trauriges Schicksal ereilte den Herzog von Beaufort. Er hatte kurzvor der Explosion in der Annahme, Alles sei glücklich beendet und der Sieggesichert, sich zu Noailles begeben wollen, um mit diesem weitere Maßnahmenzu besprechen. Allein er war dabei mit seiner Umgebung in den Strudel derzurückströmenden Französischen Infanterie hineingerathen und mitgerissenworden. Vergebens suchte er die in seiner Nähe befindlichen Leute festzuhaltenund wieder vorzuführen; nach wenigen Schritten fand er sich von Allen, so-gar von seinem Adjutanten de Villarceau, getrennt und ist dann wahrschein-lich den Türkischen Geschossen erlegen. Jedenfalls hat man nie wieder etwasvon ihm gehört, und auch sein Leichnam war nicht zu finden, obwohl in dennächsten Tagen das Schlachtfeld sorgfältig danach abgesucht wurde. DieserUmstand gab Veranlassung zu dem Gerücht, der Herzog sei gar nicht ge-fallen, sondern von den Türken gefangen genommen. Verschiedene Umständesprechen aber gegen diese Annahme, auch ließ der Großvezir auf eine Anfrageerwidern, er wisse nichts von dem Herzog, was er sicher nicht gethan habenwürde, wenn ein so naher Verwandter des Königs von Frankreich in seineHände gefallen wäre.*) Die geplante Beschießung der Türkischen Ver-

*) Der Großvezir soll vor dem Französischen Unterhändler fünf große Säcke mitden abgeschnittenen Köpfen der gefallenen Franzosen, die schon eingesalzen waren, umnach Konstantinopel geschickt zu werden, haben ausschütten lassen, damit er sich den Kopfdes Herzogs von Beaufort heraussuche. Dieser war aber nicht darunter, so daß das Ver-schwinden des Französischen Admirals unaufgeklärt blieb.