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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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8. Der Ausfall der Franzosen ain 25. Juni 1669.

Der Französische Führer richtete nun an ihn die Frage, wie viel Mann-schaften er seinerseits an dem Ausfall theilnehmen lassen werde, lieber dieAntwort des Generalkapitäns gehen die Angaben sehr auseinander. DieFranzösischen Quellen behaupten, er habe sich verpflichtet, mehrere tausendMann zu stellen, die Venezianischen dagegen leugnen dies übereinstimmendund führen an, Morosini habe nie mehr als eine beschränkte Anzahl vonArbeitern zum Einebnen der eroberten Schanzen und Zerstören der Geschützezugesagt, sowie einen kleineren Ausfall auf der dem Französischen Angriffentgegengesetzten Seite der Festung, um hierher einen Theil der TürkischenKräfte abzulenken.

Da die Protokolle der Berathung nicht erhalten sind, so ist es schwer,eine sichere Entscheidung darüber zu treffen, auf wessen Seite hier die Wahr-heit liegt. Die innere Wahrscheinlichkeit spricht indeß dafür, daß Morosini,der bekanntlich kein Freund der Ausfälle war, nicht eine fast größere Zahlvon Mannschaften dazu angeboten hat, als er überhaupt noch in dienstfähigemZustande besaß. Immerhin hat diese Angelegenheit den Franzosen den Vor-wand geboten, die Schuld für den gänzlichen Mißerfolg ihres Unternehmensdem Generalkapitän zuzuschieben, weil dieser sie mit der versprochenenUnterstützung im Stich gelassen habe. Die Darstellung der Ereignisse wirdlehren, wie weit dieser Vorwurf begründet ist.

Es wurde beschlossen, den Ausfall gegen die Belagerungsarbeiten vordem Bastion Sabionera zu unternehmen, da man sich hier den meisten Er-folg versprach. Der Herzog von Beaufort erbot sich, nicht nur die aus-fallenden Truppen durch 1500 Mann von der Flotte unter seiner eigenenFührung zu verstärken, sondern auch die Türkischen Berschanzungen von derSee her mit den Französischen Schiffen zu beschießen.

Auf Wunsch der Französischen Führer wurde das Unternehmen bereitsauf den Morgen des 25. Juni festgesetzt und unter Mitwirkung des General-kapitäns folgender Plan entworfen: Da ein Angriff gegen die TürkischenVerschanzungen in der Front so gut wie aussichtslos erschien, so sollte ervon der Flanke, von dem Fort San Demetrio her, erfolgen. Der Haupt-werth mußte dabei darauf gelegt werden, sich der auf den Anhöhen östlich derFestung errichteten Türkischen Batterien zu bemächtigen. Gegen diese solltedaher der Hauptangriff gerichtet werden, wobei es nöthig wurde, die vor demBastion Sabionera angelegten Verschanzungen und Laufgräben in der linkenFlanke zu umgehen. Um hierbei gegen seitliche Ausfälle aus den Laufgräbengesichert zu sein, sollten diese durch eine besondere Abtheilung von der Seiteher angegriffen werden. Eine starke Reserve war bestimmt, unerwartetherantretende Aufgaben zu lösen und Rückschlägen zu begegnen. Auch dieKavallerie sollte auf die einzelnen Kolonnen vertheilt werden, da das offeneTerrain auf der Ostseite der Festung ihre Verwendung möglich machte.Diesem Plan entsprechend war die Eintheilung der Truppen folgende:^)

*) Genauere Angaben siehe Anlage 9.