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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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7. Kriegsvorbereitungen für das Jahr 1669.

Auch von der Flotte konnten im Nothfall etwa 2000 Matrosen undSeesoldaten ausgeschisft werden, um an Land zu kämpfen. Sie sollten jedochdann nicht unter den Befehl des Generals Noailles treten, sondern der Ober-Admiral behielt sich ihre Führung selbst vor.

Anfang Mai übersandte Clemens IX. dem Herzog von Beaufort einPatent als Admiral in Päpstlichen Diensten und ein ähnliches dem Grafenvon Vivonne, dem Führer der Französischen Galeeren. Beide Admirale er-hielten gleichzeitig das vom Papste selbst eingesegnete Banner der heiligenKirche, das sie auf ihren Flaggschiffen am Großmast führen sollten. Esbestand aus einer purpurnen Fahne, auf der in der Mitte das Kruzifix undzu dessen beiden Seilen die Apostelfürsten Petrus und Paulus abgebildetwaren. Als Versammlungspunkt für die Galeeren sämmtlicher an der Ver-theidigung Candias betheiligter Staaten (Päpstliche, Französische und Malte-sische) wurde Messina bestimmt. Der Herzog von Beaufort dagegen solltemit den Segelschiffen geraden Wegs und selbständig nach Candia fahren, ummöglichst wenig Zeit zu verlieren.

Obwohl die Hochbordflotte fast drei Wochen später von Toulon aufbrachals die Galeeren, überholte sie diese doch sehr bald dank einem äußerstgünstigen Winde, der ihr erlaubte, die ganze Fahrt bis Candia ohne Auf-enthalt in 14 Tagen zurückzulegen. In der Nähe der Insel Cerigo traf siemit der Venezianischen Hochbordflotte unter dem oapitano ckslla navi TaddeoMorosini zusammen, die der Französischen entgegengegangen war, um sie zubegrüßen und ihr das Geleit zu geben.

Am 19. Juni abends warfen beide auf der Rhede von Candia Anker.Noch in der Nacht begab sich der Herzog von Noailles in die Stadt, umsich von dem Zustande der Festung zu überzeugen und bezüglich der Ver-wendung der Französischen Landungstruppen mit Morosini und dem GeneralSt. Andrö-Montbrun Verabredungen zu treffen. 200 Mann der Gardenbegleiteten ihn dabei, der Rest der Mannschaften blieb vorläufig auf denSchiffen. Auch am anderen Tage wurde nur die Kavallerie gelandet, fürwelche die Venezianer inzwischen bereits die Pferde beschafft hatten. Obwohldie Ausschiffungen sonst stets zur Nachtzeit stattfanden, um nicht von denGeschossen der Türken, die den Hafen bei Tage unter Feuer hielten, zuleiden, verlangten die Musketiere des Königs noch vor Dunkelwerden anLand gesetzt zu werden, weil sie es für unter ihrer Würde hielten, sich dabeiden Blicken der Türken zu entziehen. Ihr Wunsch wurde erfüllt, allein diefeindlichen Geschosse erreichten eine der Schaluppen und bohrten sie in denGrund, wobei ein großer Theil der Insassen das Leben einbüßte.

In den nächsten Tagen wurden auch die übrigen Truppen an Landgesetzt; sie bezogen Quartiere theils in den Häusern der Stadt, theils unter-großen Zelten, die in der Nähe der Festungswerke errichtet waren. DieKavallerie fand mit den Pferden ein Unterkommen im Arsenal.