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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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7. Kriegsvorbereitungen für das Jahr 1669.

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5290 Mann Linien-Jnfanterie,

535 Leibgarden des Königs,

232 reformirten Offizieren,*)

223 Musketieren des Königs zu Pferde,

328 Mann Linien-Kavallerie.

6608.

Die Linieninfanterie bestand aus 16 Regimentern von sehr verschiedenerZahl der Kompagnien (2 bis 10).'**) Eine Eintheilung in höhere Verbändewar nicht vorhanden, es wurde vielmehr jedesmal, wenn die Truppen zumGefecht verwendet werden sollten, je nach dem Zweck eine besondere Zusammen-stellung angeordnet. Die Bewaffnung der Infanterie bestand theils ausMusketen, theils aus Piken; außerdem gehörten zu jeder Kompagnie einigeGrenadiere. Die Leibgarden des Königs waren gleichmäßig uniformirt (grau-weiße Koller und rothe Hosen). Die Linieninfanterie dagegen hatte keinebestimmte Tracht, jeder Mann konnte sich vielmehr nach Belieben kleiden,nur trug er als Abzeichen eine Schärpe in den Farben seines Regiments-kommandeurs.

Die Kavallerie war mit schweren Korbdegen und mit Pistolen bewaffnet,die Musketiere des Königs trugen außerdem im Gefecht einen Küraß undEisenhelm. Die Mannschaften nahmen nach Candia nur Sättel und Zaum-zeug mit, aber keine Pferde; diese sollten vielmehr von der Republik Venedigbeschafft werden.

Der Werth aller dieser Truppen darf nicht allzuhoch angeschlagen werden.Die Disziplin in dem damaligen Französischen Heere war sehr locker, unddie Sucht zu plündern überwog bei Weitem die sonstigen natürlichen mili-tärischen Eigenschaften der Franzosen.***)

Zu den regulären Truppen traten noch hinzu die bewaffneten Offiziers-diener und eine Menge Abenteurer, die sich freiwillig anschlossen und die mannicht zurückwies, da es damals allgemeiner Gebrauch war, einen übermäßiggroßen Troß mitzuführen.

*1Reformirte" Offiziere waren solche, deren Dienststellen aufgehoben waren(äont la plaos st In ellarZs a sts supprtmsv), die aber um einen geringen Sold weiterdienten, oft als Gemeine in Reih und Glied.

**) Es waren nicht die vollen Regimenter, sondern nur Theile; der Rest blieb inFrankreich. Den nach Candia gehenden Theilsn wurde aber das Recht zuerkannt, denNamen des Regiments zu führen.

***) Der Llarsslurl äs eamx Colbert sprach sich in einem Briefe aus Candia anseinen Bruder, den Minister gleichen Namens, hierüber folgendermaßen aus:...UnserUnglück ist, daß die Truppen, die uns der König zu führen gegeben hat, sowohl Offi-ziere wie Mannschaften, in Wahrheit nicht viel taugen, und wenn der König diejenigen,die wir hier noch übrig haben, zu Grunde gehen ließe, so würde er keinen großen Verlusterleiden. Ich zweifle nicht, daß man bei Hofe von dein Stand der Dinge hier unter-richtet ist, aber mir scheint, die Gefahren, denen mir ausgesetzt sind, stehen in keinem Ver-hältniß zu dem Verlust an unserer Ehre, den wir unbedingt erleiden werden, wenn wirmit diesen Leuten noch einmal ein Gefecht aimehmen müssen. .."