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7. Kriegsvorbersitungen für das Jahr 1669.
Die für Candia bestimmte Französische Flotte zerfiel in zwei Abtheilun-gen unter dem gemeinsamen Oberbefehl des Herzogs von Beaufort. Dieerste, nur aus Segelschiffen bestehend, zählte 15 große Kriegsschiffe, 3 Briggs,7 kleine Kriegsfahrzeuge und 17 gemiethete Handelsschiffe, die hauptsächlichzum Transport der Landtruppen bestimmt waren.*) Das Kommando überdiese Flottenabtheilung führte der Herzog von Beaufort selbst.**) SeinVizeadmiral und Stellvertreter war der Marquis de Märtel, der Kontre-admiral hieß de Gabaret.
Die zweite Flottenabtheilung***) bestand aus 13 Galeeren und 3 Gale-otten unter dem Befehl des Grafen von Vivonne.-f) Beide Flottenabthei-lungen sollten bis Ende April in Toulon zur Abfahrt bereit stehen. DieIndienststellung verzögerte sich indeß ein wenig, weil ein Theil der Schiffeerst Mitte April von einer Fahrt nach Algier zurückkehrte. Die Abtheilungder Galeeren konnte sich daher nicht vor dem 18. Mai in Bewegung setzen,die Segelflotte sogar erst am 5. Juni. Dem Generalkommissar des Königs,der vor der Abfahrt eine gründliche Besichtigung jedes einzelnen Schiffesvorzunehmen hatte, war aufgetragen worden, darauf zu achten, daß sich hierbeidie Kapitäns nicht gegenseitig Mannschaften zur Aushülfe liehen. DieserBetrug, der seinen Grund darin hatte, daß die Kapitäns die Bemannungfür ihre Schiffe selbst anwerben mußten, scheint also nicht selten gewesenzu sein.
Auf den Galeeren wurden von der mitzunehmenden Infanterie vierRegimenter (Espagny, La Fore, Chäteau-Thierry und Rovergue) eingeschifft,der Rest der Infanterie und die ganze Kavallerie auf den Segelschiffen. Diegesammten Landungstruppenchfl) standen unter dem Befehl des Generallieute-nauts Herzogs von Noaillesj-fch) und setzten sich zusammen aus:
*1 Genaue Angaben siehe Anlage 5.
**) Ludwig XIV. gab dem Herzog eine genaue Instruktion für sein Verhalten mit,von der in Anlage 6 ein Auszug enthalten ist.
»**) Genauere Angaben siehe Anlage 7.
s) Louis Viktor Graf von Vivonne, geboren 1636, war ursprünglich Offizier inder Infanterie und hatte sich erst 1663 dem Dienst zur See zugewendet. Der Fürspracheseiner Schwester, der Frau von Montespan, verdankte er es, daß ihm 1669 das Kom-mando über die Galeerenflotte übertragen wurde. Er galt zwar allgemein für einenklugen und seinen Kopf, aber nicht für einen guten Seemann. Indeß ersetzte er diesenMangel durch persönlichen Muth, Kaltblütigkeit und Ruhe. Ja, seine Ruhe artete fast inTrägheit aus, und er pflegte zu sagen: was ihn hauptsächlich bestimmt habe, zur Seezu gehen, sei die Annehmlichkeit, daß man dort Krieg führen könne, ohne marschiren oderreiten zu müssen.
1s) Zusammensetzung und genauere Stärkenachweisung siehe Anlage 8.
sss) Philipp Herzog von Noailles (auch Navailles) war geboren im Jahre 1619,zählte also damals 50 Jahre. Er hatte eine ausschließlich militärische Laufbahn hintersich und den Ruf eines tapferen, zuverlässigen und energischen Führers. Aber er galtauch für etwas beschränkt und hochmiithig.