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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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7. Kriegsvorbcreitungen für das Jahr 1669.

Herzog von Lionne in einem Briefe an den Kardinal-Staatssekretär Rospi-gliosi* **) ) vom 11. Januar 1669 folgendermaßen ans:

. . .Der König hat sich entschlossen, eine Flotte von 14 Hochbord-schiffen und 15 Galeeren zu bilden, sie während des nächsten Feldzuges aufseine Kosten zu unterhalten und zum Hin- und Rücktransport von Truppennach Candia sowie zum Kampf auf dem Meere zu verwenden. Außer allenKriegsbedürfnissen, Lebensmitteln, Munition und Sold für die Bemannungder Schiffe will der König auch noch 4000 Mann Infanterie nach Candiaschaffen lassen, die dort sechs volle Monate dienen sollen, falls es nöthig ist,daß sie so lange bleiben (. . . cgui ^ gsrviront six mois kntiars, s'ii estnäLSZsairs, <gn'Ü8 äamaurent tont oa tswps Er will auch diese

Mannschaften besolden und unterhalten, so daß der Republik keinerlei Kostenerwachsen, nur soll sie den Französischen Truppen die Lebensmitel gegen an-gemessene Bezahlung liefern. Der Transport wird aus Toulon am 1. Aprilabgehen, und außerdem sollen mitgenommen werden: 100 000 Pfund Pulver,20 000 Kugeln, 30 000 Lunten, 10 000 Sandsäcke, 6000 Stück Schanzzeug,20 000 Granaten, 500 Musketen, 300 Partisanen und 50 gegen Pistolen-schuß erprobte Kürasse.

Der König hat den lebhaften Wunsch, daß nicht nur seine eigenen,sondern überhaupt alle christlichen Hülfskräfte für Candia dieses Jahr unterPäpstlicher Fahne kämpfen, und zwar bestimmen ihn dazu drei Gründe:1. der größere Ruhm des Papstes; 2. der Schaden, den der FranzösischeHandel in der Levante erleiden könnte; 3. der Umstand, daß sich sonst beieinem gemeinsamen Operiren der Französischen und Spanischen Flotte sicherlichzwischen diesen beiden ein Streit über den Vorrang erheben würde. Diesist aber ausgeschlossen, wenn Spanier und Franzosen zusammen unter Päpst-licher Fahne kämpfen, deren Vertreter dann von selbst der Oberbefehlgebührt. . . ."

Es trat also hier, nachdem sich Ludwig XIV. grundsätzlich zu einemthatkräftigen Eingreifen zu Gunsten der Vcrtheidigung von Candia entschlossenhatte, als neues Moment die Frage des Oberbefehls über die christlichenHülfstruppen in den Vordergrund. Obwohl der Vorschlag, die FranzösischenStreitkräfte unter Päpstlicher Flagge gehen zu lassen, von ihm selbst ausging,wünschte der König doch, seine Flotte und seine Truppen keinem fremdenBefehl unterzuordnen, sondern ihnen volle Selbständigkeit zu belassen. Nochbevor auf den Brief vom 11. Januar Antwort aus Rom eingetroffen seinkonnte, richtete daher der Minister Lionne von Neuem an den Kardinal-

*) Dieser war gleichfalls ein Neffe des Papstes und Bruder des Admirals gleichenNamens.

**) Der in der Schlußwendung dieses Satzes liegende Vorbehalt ist darum beach-tcnswerth, weil er später dem Führer der Französischen Truppen, Herzog von Noailles,den Vorwand bot, Candia noch vor Ablauf der sechs Monate zu verlassen.