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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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5. Ereignisse zur See im Jahre 1668.

als solcher den Vorrang vor dem Maltesischen Admiral. Dieser aber ver-weigerte die Anerkennung der Ansprüche des Venezianers, weil er der ältereOffizier und nur dem Generalkapitän selbst untergeordnet sei. Diese Zwistig-keiten kamen zum Austrage bei einer Gelegenheit, über die Rospigliosifolgendermaßen an den Papst berichtete:

Am 24. August kehrte ich mit meinen und den Maltesischen Galeerenvon einer Fahrt vom Kap Melecha, wo wir Wasser geholt hatten*) zurück.Als wir dabei vor der Front der Venezianischen Galeassen, die liegen gebliebenwaren, vorbeifuhren, begrüßten diese meineCapitana" wie gewöhnlich mitGeschützfeuer, während sie dem Maltesischen Flaggschiff, auf dem sich Accarigibefand, keinen Salut erwiesen. Accarigi berief nach diesem Vorfall seinesämmtlichen Kapitäns und Ordensritter zu einer Berathung, in der einstimmigder Beschluß, von dem man mir eine Abschrift zusandte, gefaßt wurde, augen-blicklich abzureisen. Es gelang mir zwar^ ihnen den Gedanken an einenAufbruch auszureden, allein ich konnte nicht verhindern, daß sie sich von derübrigen Flotte trennten, um mit den Venezianern nicht mehr in Berührungzu kommen. Sie weigerten sich auch entschieden, für diese in Zukunft Wasserund Lebensmittel herbeizuschaffen. Weitere Bemühungen meinerseits, eineVerständigung herbeizuführen, mißlangen ebenfalls. Auch Navagiero, der anden Generalkapitän um Verhaltungsmaßregeln geschrieben hatte, wollte sichbis zum Eintreffen einer Antwort überhaupt nicht in Verhandlungen ein-lassen. Inzwischen erhielt ich Briefe des Nuntius Gallio aus Neapel, ausdenen hervorging, daß sich die Spanisch-Neapolitanische Hülfsflotte unter demBefehl des Herzogs von Ferrandina schon seit einiger Zeit nach Candia inBewegung gesetzt habe. Ich theilte dies Accarigi mit und forderte ihn auf,seine Abreise wenigstens bis zum Eintreffen dieser Verstärkungen zu ver-schieben. Allein er ließ mir antworten, er könne sich nur dann zum Bleibenverstehen, wenn ich ihm einen ausdrücklichen schriftlichen Befehl dazu ertheile,mit dem er sich später vor dem Großmeister in Malta rechtfertigen könne.Sonst müsse er es für einen Schaden an der Ehre des Ordens erklären,wenn die Maltesische Flotte noch länger in der Gesellschaft der Venezianerverbleibe. Ich hatte die Vorsicht gebraucht, mir diese Antwort öffentlich inGegenwart meines ganzen Stabes ertheilen zu lassen, und sandte nun denKapitän Adelasio mit der Anwort Accarigis zu Navagiero, wobei ich hinzu-sügte, ich hielte mich nicht für berechtigt, einen solchen Befehl, wie ihnAccarigi verlangte, zu geben, weil ich bezüglich der Rangstreitigkciten mirkeine Entscheidung anmaßen wollte. Accarigi setzte infolgedessen seine Abfahrtfür den 28. August fest. Da ich nun allein weder bleiben noch zurückkehrenwollte und konnte, so war ich gezwungen, mich der Maltesischen Flotte an-zuschließen. Ich ließ daher den Venezianern noch 600 Faß Wasser und zahl-

*) Die Quellen auf der Insel S. Teodora gaben der Dürre wegen nicht genugWasser für die ganze Flotte.