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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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5. Ereignisse zur See im Jahre 1668.

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Oberbefehl, da die schlimme Lage der Festung seine Anwesenheit unbedingterheischte. Der Rest der Venezianischen Galeeren lag unterdessen bei Stantia,wohin sich jetzt auch die bisher bei Canea verbliebenen Fahrzeuge unterMolini begaben, so daß dieser wichtige Posten zeitweilig unbesetzt war.

Inzwischen lief aber die Nachricht ein, daß die Türkische Flotte unterBefehl des Kapudan-Pascha die Dardanellen verlassen, zunächst Chios an-gelaufen und sich dann nach Malvasia (auf der Halbinsel Morea) begebenhabe, um dort 8000 für das Belagerungsheer vor Candia bereit stehendeTürkische Mannschaften, theils Soldaten theils Schanzgräber, in Empfangzu nehmen. Die Befürchtung lag nun nahe, daß der Kapudan-Pascha dieAbwesenheit der christlichen Flotte von Canea benutzen werde, um diesenHafen ungefährdet zu erreichen und seine Leute dort auszuschisfen. Morosinibat daher den Päpstlichen Admiral, sich mit den beiden Hülfsflotten und sechsVenezianischen Galeassen unter Befehl des Kapitäns Navagiero^) wiederumnach S. Teodoro zu begeben und die Sperrung des Hafens von Canea zuübernehmen. Rospigliosi war auch sofort dazu bereit und traf am 16. Augustfrüh vor S. Teodoro ein.

Kaum hatte sich seine Flotte hier vor Anker gelegt, so erschien vom KapMelecha her eine Türkische Galeere, die aber beim Anblick der christlichenSchiffe Kehrt machte und in nördlicher Richtung verschwand. Zwei Tagedarauf meldete ein Brief des Venezianischen Kommandanten der kleinenFestung Garabusa, daß am 16. die Türkische Flotte, weit über 50 Segelstark, von Osten kommend zwischen Garabusa und der Insel Cerigotto durch-gefahren sei und sich anscheinend an die Südküste der Insel Candia begebenhabe. Man schloß daraus, daß jene Galeere nur zur Erkundung voraus-geschickt gewesen sei, und daß der Kapudan-Pascha, auf die Nachricht, derPosten von S. Teodoro sei wieder besetzt, den Versuch zu einer Landung beiCanea vorläufig aufgegeben habe. Infolge dessen machte Accarigi denVorschlag, die noch günstige Jahreszeit zu benutzen, um den Rückweg in dieHeimath anzutreten. Rospigliosi aber hatte dem Generalkapitän versprochen,mindestens bis Anfang September auszuhalten, und ging daher auf denWunsch des Maltesischen Admirals nicht ein. Bald darauf ereignete sichjedoch ein Vorfall, der ihn trotzdem zu einer vorzeitigen Heimkehr bewog.Wiederum waren es Rang- und Etikettestreitigkeiten, die die Veranlassunggaben. Der Führer der Venezianischen Galeassen vor Canea, Navagiero,betrachtete sich nämlich als Stellvertreter des Generalkapitäns und forderte

Vergl. die Anmerkung S. 141.

Spätere Nachrichten bestätigten diese Vermuthung. Die Türkische Flotte hattesich nach Giragetra an der Südküste der Insel begeben, um dort die Truppen auszuschiffen,da aber dieser Hafen nur für kleine Fahrzeuge zugänglich war, so mußten die größerenSchiffe draußen bleiben. Hier erfaßte sie ein Sturm, zerstörte einen Theil und vertriebden anderen bis Rhodus. Erst im September, nachdem sich die christlichen Hülfsflottenbereits entfernt hatten, gelang es ihr, in Canea zu landen. (Vergl. S. 146.)