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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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5. Ereignisse zur See im Jahre 1668.

zerstreuen, und der Beschluß des Venezianischen Kriegsrathes wurde an-genommen.

Am frühen Morgen des 8. August verließen daher sämmtliche Galeerenund Galeassen der verbündeten Flotten den Posten von S. Teodora, währendder Kapitän Molini* **) ) mit den übrigen Fahrzeugen (Hochbordschiffen,Galeotten, Brigantinen u. s. w.), dreißig an der Zahl, dort zurückblieb. Am9. August kam die Nuderflotte vor Candia an. Am Morgen des folgendenTages wurden dann Boote vorgeschickt, um die Türkischen Batterien zu er-kunden. Hierbei stellte sich heraus, daß diese nicht nur nach allen Seitengedeckt, sondern auch selbst zum Feuern gegen die See hin eingerichtet waren.Eine Beschießung hätte also keinen Erfolg erzielen, wohl aber der Flotte selbstschweren Schaden zufügen können. Es wurde daher von dem ganzen Unter-nehmen Abstand genommen, und die verbündeten Flotten zogen sich in dieBuchten der Insel Stantia zurück. Darauf begab sich Rospigliosi in dieFestung, um sich von deren Zustande und 'insbesondere auch von dem desdort kämpfenden Päpstlichen Bataillons zu überzeugen. Er fand dies inkeiner günstigen Verfassung, denn von den in vier Kompagnien eiugetheiltenOffizieren und Mannschaften war fast die Hälfte todt oder untauglich ge-worden.*^) Die mitgebrachten Verstärkungen erwiesen sich daher nicht alsausreichend, und es mußte für weiteren Ersatz gesorgt werden. Schon aufder Herreise hatte Rospigliosi einen kurzen Aufenthalt seiner Flotte an derHalbinsel Maina dazu benutzt, um mit dem Oberhaupt der Mainoten,Derakari, einen Vertrag zu schließen, wonach dieser ihm 200 Griechen gegeneinen monatlichen Sold von 44/s Skudi als Rekruten stellen sollte. Es hattesich aber kein Einziger dazu bereit gefunden, und so blieb denn Rospigliosinichts übrig, als auf seiner und der Venezianischen Flotte nach Freiwilligenzu suchen, die zu dem schweren und gefahrvollen Dienst in der Festung bereitwaren. Es fanden sich auch 140 Mann und zwar hauptsächlich von denin der Seeschlacht bei Fodella befreiten Rudersklaveu. Das Bataillon wurdemit Hülfe dieser Leute unter Ernennung mehrerer Offiziere auf 6 Kompagniengebracht, die jedoch nur je 80 Mann stark waren.

Mittlerweile hatte Morosini sechs seiner Galeeren desarmirt und auchvon den übrigen 600 Seesoldaten entnommen. Mit diesen Verstärkungen begaber sich am 14. August nach Candia hinein und übernahm dort persönlich den

*) Vergl. die Anmerkung S. 141.

**) Das Bataillon zählte ursprünglich:

1 Major,

3 Hauptleute,

4 Lieutenants (darunter ein Kompagnieführer),

8 Sergeanten,

88 Korporale,

4 Tambours,

432 Soldaten,also in Summe 480 Köpfe.