5. Ereignisse zur See im Jahre 1668.
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ihn dafür auf die beiden an den entgegengesetzten Enden der Stadt hart amMeere gelegenen Bastiane S. Andrea und Sabionera begonnen.*) Daskleine Ravelin S. Andrea war schon in ihre Hände gefallen und der Angriffauf das gleichnamige Bastion mit der Sappe bis hart an den Hauptgrabenherangeführt. Gelang es ihnen, an dieser Stelle einzudringen, so wurde dieganze Westfront im Rücken gefaßt und der Platz aufs Aeußerste gefährdet.Vor Allem aber war die Zahl der Vertheidiger bei den täglichen Beschießungen,Minensprengungen und Ausfällen bereits derartig zusammengeschmolzen, daßsie kaum noch zur Besetzung der wichtigsten Posten ausreichte. Es trat somitan Morosini die Nothwendigkeit heran, der Festung aus irgend eine WeiseVerstärkungen an Mannschaft zuzuführen. Auf Nachschub von Hause war inder nächsten Zeit nicht zu rechnen. Der Generalkapitän faßte daher denEntschluß, den größten Theil der Venezianischen Schiffe nach Candia zurück-zuführen und die Mannschaften bei der Vertheidigung der Festung zu ver-wenden. Doch war ihm daran gelegen, diesen Plan nicht sogleich dem Päpst-lichen Admiral zu enthüllen, weil er fürchtete, bei diesem, der ja den Oberbefehlüber die ganze christliche Flotte führte, auf Widerstand zu stoßen. Er gingdaher diplomatisch zu Werke, indem er zunächst eine andere Unternehmungvorschlug, zu deren Ausführung die ganze Flotte sich nach Candia begebenmußte. Einmal dort, hoffte er dann auch seine eigentlichen Absichten durch-setzen zu können. Es war ihm nämlich gemeldet worden, daß die TürkischenBatterien vor dem Bastion S. Andrea gegen das Meer hin nicht geschütztseien, und der Gedanke lag nahe, sie von hier aus mit der Flotte im Rückenzu fassen und zu zerstören.
Der Generalkapitän versammelte daher am Morgen des 7. August zu-nächst die Führer seiner eigenen Flotte in einem Kriegsrath, legte ihnenseine Pläne dar und ließ sie, nachdem er sich ihrer Zustimmung versicherthatte, ein Protokoll unterzeichnen, worin nur von der Beschießung der Tür-kischen Batterien nicht aber von der Verwendung der Flottenmannschaft zuLande die Rede war. Sodann veranlaßt er den Päpstlichen Admiral aufseiner „Capitana" einen Kriegsrath zu berufen, an dem jedoch nur die Ober-befehlshaber der drei Flotten und deren Generallieutenants theilnahmen.
Bei den Verhandlungen wollten der Päpstliche und Maltesische Admiralvon der Fahrt nach Candia nichts wissen. Sie erklärten es vielmehr fürdringend nothwendig, die Schiffe auszubessern, bevor man Weiteres unter-nehmen könne. Auch erwähnte Rospigliosi eines bereits auf der Flotte um-laufenden Gerüchtes, die Venezianer beabsichtigten die Mannschaften ihrerSchisse in der Festung zu verwenden. Hiermit könne er sich aber keinesfallseinverstanden erklären, denn die Päpstlich-Maltesische Flotte bedürfe im Herbstbei ihrer Rückkehr des Geleites Venezianischer Schiffe, um nicht von denTürken angegriffen zu werden. Morosini wußte indeß diese Besorgnisse zu
*) Vergl. Seite 122.
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