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Der Kampf um Candia in den Jahren 1667 - 1669
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8. Ereignisse zur See im Jahre 1668.

Die übrigen drei Kolonnen verbleiben jedoch vor dem Fort in ihren bis-herigen Stellungen, um einem etwaigen Rückschlag zuvorzukommen, der sichhäufig einstellt, wenn sich die Soldaten wie gewöhnlich zu früh dem Plündernhingeben. Ueberhaupt soll Niemand etwas nehmen außer Waffen, von diesenaber soviel als ihm zum Gewinn von Ehre und Ruhm im Dienste Gottesnöthig erscheint. Francesco Morosini.

Diesem Befehl entsprechend wurde die Unternehmung am 3. August beiTagesanbruch begonnen, als aber die Sturmkolonnen sich dem Werke näherten,war es leer. Die schwache Türkische Besatzung, wahrscheinlich durch dieVorbereitungen zu der Ausschiffung aufmerksam gemacht, hatte es vorgezogen,in der Nacht den Posten zu räumen und sich nach Canea zu flüchten. AlsMorosini und Rospigliosi darauf das Fort besichtigten, fanden sie es inbesserem Zustande, als man erwartet hatte; jedenfalls war es vertheidigungs-fähig. Es wurde trotzdem von den Venezianern geschleift, weil ein dauerndesFesthalten der Insel wegen der Nähe von Canea nach dem Abzug der christ-lichen Flotte zu schwierig gewesen wäre.*)

Inzwischen hatten sich auf zwei Venezianischen Galeeren wieder Fällevon Pest bemerkbar gemacht. Die Schiffe wurden zwar sofort entfernt, dieTodten beerdigt und die Kranken an Land in eine Höhle geschasst, wo einWärter sie pflegte, allein trotz dieser Vorsichtsmaßregeln fürchtete man eineWeiterverbreitung der schrecklichen Krankheit, da viele der VenezianischenSeeleute noch heimlich Gegenstände, namentlich Kleidungsstücke, im Besitzhatten, die von den im März bei Fodella eroberten Türkischen Schiffen, diesämmtlich verseucht gewesen waren, herstammten. Rospigliosi hielt es daherfür nothwendig, seine eigene Flotte eine Zeit lang von der Venezianischenzu trennen, und benutzte dazu als Vorwand die Nothwendigkeit, die Schiffeauszubessern. Zu diesem Zweck beabsichtigte er, sich in die Bucht von Sudazu begeben und dort zehn Tage zu verweilen. Wenn dann in dieser Zeitdie Pest auf den bei S. Teodoro zurückbleibenden Venezianischen Schiffenkeine Fortschritte gemacht hatte, so wollte er sich ihnen wieder anschließen.Breitete sich die Seuche aber weiter aus, so war er fest entschlossen, ohneWeiteres nach Italien zurückzukehren. Jndeß konnte er seinen Entschluß zu-nächst nicht ausführen, weil heftige östliche Winde die Umschiffung des KapsMelecha erschwerten. Und als nach acht Tagen sich keine neuen Fälle vonPest mehr einstellten, wurde von der Trennung der Flotten überhaupt Ab-stand genommen. Dagegen trat jetzt eine andere Angelegenheit in den Vorder-grund, die einer gründlichen Erwägung bedurfte.

Es waren nämlich aus Candia Berichte an den Generalkapitän ein-getroffen, die den Zustand der Festung als äußerst bedenklich schilderten. DieTürken hatten ihren bisherigen Angriff auf die Südwestfront eingestellt und

) Vergl. auch die Anmerkung auf Seite 149.