5. Ereignisse zur See im Jahre 1668.
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Beschießung des Forts bestimmten Galeassen und Galeeren nicht früher ihrFeuer eröffnen, als bis von der Päpstlichen „Capitana" der erste Schußgefallen ist. Die Beschießung wird fortgesetzt, bis sich die Sturmkolonnendem Fort soweit genähert haben, daß sie Gefahr laufen, von unseren eigenenGeschossen getroffen zu werden. Als Zeichen zur Einstellung des Feuerswird dann auf dem Hintertheil des Päpstlichen Admiralschiffes eine starkeRauchwolke aufsteigen, worauf Alles, Geschütz und Musketen, sofort zu schweigenhat. Erst wenn die päpstliche „Capitana" von Neuem ansängt zu schießen,dürfen auch die anderen Schiffe das Feuer wieder aufnehmen. Sobald dieTruppen an Land gesetzt sind, werden aus den Päpstlichen, Maltesischen undVenezianischen Mannschaften je zwei Sturmkolonnen gebildet, die unter denBefehl erfahrener und tapferer Offiziere zu stellen sind. Die Freischärlerdes Obersten Angelo Maria Vitali*) werden den Kolonnen als Plänklervorangehen, dürfen sich aber nicht weiter als einen halben Musketenschußentfernen. Der Aufbruch der sechs Sturmkolonnen kann erst stattfinden, wennauf der Päpstlichen „Capitana" an der Raa des Hauptmastes ein großerrother Wimpel gehißt wird. Der Vormarsch erfolgt von allen Kolonnengemeinsam gegen die Landfront des Werkes. Bei der gegen die linke Seitebestimmten Sturmkolonne gehen die Venezianer voran und machen gerade vor derMitte der Landfront Halt, während sich die ihnen folgenden Malteser gegen-über dem linken Halbbastion aufstellen. Ein Gleiches thun die PäpstlichenSturmkolonuen gegenüber dem rechten Halbbastion. Der (Venezianische)Oberst Andrea Facile, dem die Oberleitung über die ganze Unternehmungzu Lande übertragen wird, sorgt dafür, daß die Sturmkolonnen die richtigenWege einschlagen, sich nicht auf dem Marsch dem feindlichen Feuer unnöthigaussetzen und vor dem Fort zunächst eine gedeckte Aufstellung nehmen. Dannwird der Versuch gemacht, den Feind durch Musketenfeuer zum Verlassender Brustwehr zu zwingen, und, wenn dies gelungen ist, begeben sich vonjeder Kolonne eine Anzahl Mineure an die Mauer, graben schnell ein Lochdarunter und suchen sie mit je 500 Pfund Pulver in die Luft zu sprengen.Währenddessen wird eine besondere, aus je 10 Mann Päpstlicher, Maltesischerund Venezianischer Truppen zusammengesetzte Abtheilung besonders tüchtigerLeute, für die Se. Excellenz der Admiral Rospigliosi die Führer ernennenwird, und die zur einen Hälfte aus Grenadieren, zur anderen aus Musketierenbesteht, die Arbeiten der Mineure dadurch zu schützen suchen, daß sie Granatenüber die Mauern wirft, diese mit Leitern ersteigt und von oben her in dasWerk hineinfeuert. Ist Bresche gelegt, so unternehmen je eine der Päpstlichen,Maltesischen und Venezianischen Kolonnen mit Gottes Hülfe den Sturm.
*) Vitali war ein aus Korsika stammender Korsarensührer, dem der Senat vonVenedig für seine vielen Kriegsthaten gegen die Türken einen militärischen Rang verliehenhatte. Er hielt sich damals mit drei Schiffen in der Nähe der christlichen Flotte auf undbot bei dem Unternehmen gegen S. Teodora seine Hülfe an. Seine Mannschaften warenAbenteurer aller Nationen, militärisch gar nicht geschult, aber kampflustig und verwegen.
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