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5. Ereignisse zur See im Jahre 1668.
Der Großvezir ließ daher zur Ausführung seines Planes zwölf Galeerenaus Canea nach Rettimo kommen und bemannte sie dort mit 2000 Janit-scharen. Bon Rettimo gingen dann diese Schisse heimlich nach dem nur eineStunde von S. Pelagio gelegenen kleinen Orte Fodella und legten sich hierin der Nähe des Ufers versteckt auf die Lauer, um die sieben Galeeren Cor-naros zu überfallen, wenn sie sich auf ihren Kreuzfahrten näherten. DenBefehl über die Türkischen Schiffe führte Durak-Pascha, einer der gefürchtetstenKorsaren seiner Zeit; die Janitscharenbesatzung kommandirte Chalil-Pascha.
Inzwischen hatte Morosini aber auch von diesem Plane des GroßvezirsKenntniß erhalten und beschlossen, ihn zn durchkreuzen. Er ließ schleunigstnoch 13 Galeeren in Dienst stellen, besetzte sie mit 800 ausgesuchten See-soldaten und übernahm selbst den Oberbefehl darüber. Am Morgen des8. März brach er von Stantia auf, vereinigte sich bei San Pelagio mitden sieben Galeeren Cornaros nnd näherte sich gegen Abend Fodella. Währender sich selbst mit der Hauptmacht soweit zurückhielt, daß er nicht gleich gesehenwerden konnte, gingen die von dem Gegner erwarteten Schiffe Cornarosallein voran. Die Türken ließen sich in der That durch die List Morosinistäuschen. Sie bemerkten in der Dunkelheit nur die Vorhut der Venezianerund brachen sofort aus ihrem Versteck dagegen hervor. Gelreu ihrer ge-wohnten Kampfesweise warteten auch diesmal die Galeeren Cornaros denfeindlichen Angriff nicht ab, sondern gingen den Türken mit ihrem Schlacht-ruf: „San Marco!" kühn entgegen. Der Anprall war so gewaltig, daß dieSchiffe sofort fest ineinander geriethen, zum Nahgefecht übergehen mußten undvon ihrer Artillerie fast keinen Gebrauch machen konnten. Der Uebermachtder Türken würden die Venezianischen Galeeren doch wohl unterlegen sein,wenn nicht inzwischen Morosini mit dem Gros herangekommen wäre. Er-griff die Türken überraschend in Flanke und Rücken an, ließ Windfackelnund schwer verlöschliche Feuerwerkskörper in die feindlichen Fahrzeuge werfen,die nun mit ihren Flammen den nächtlichen Kampf beleuchteten, nnd verstandes trotz der allgemeinen Verwirrung, von seiner Artillerie wirksamen Gebrauchzu machen. Die Türken wehrten sich mit dem Muthe der Verzweiflung.Von 10 Uhr abends bis morgens 4 Uhr dauerte der Kampf. Als aberDurak-Pascha gefallen, eine Türkische Galeere in die Luft geflogen, eineandere gesunken war, entschied sich der Sieg zu Gunsten der Venezianer.Fünf Türkische Schiffe fielen in ihre Hände, den fünf übrigbleibenden gelanges, nach Rettimo zn entkommen. Nur eine Venezianische Galeere hatteernstlichen Schaden genommen, dagegen waren die Verluste an Mannschaftbedeutend: 12 Offiziere, 210 Soldaten, 120 Ruderer todt; 8 Offiziere,500 Soldaten, 325 Ruderer verwundet. Die Verluste der Türken sind nichtgenau bekannt, doch müssen sie ebenfalls außergewöhnlich hoch gewesen sein,denn es fielen den Venezianern allein 410 unverwundete Gefangene in dieHände. Außerdem wurden 1100 christliche Nudersklaven befreit, von denenein großer Theil Venezianische Kriegsdienste nahm und so die durch die